© Günter Hentschel [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
© Günter Hentschel [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Foodwaste vom Feld bis zum Teller

  • Mélanie Guillebeau
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50 Prozent des Getreides, das wir anbauen, geht verloren. Verantwortlich dafür sind ineffiziente Produktionsprozesse, Überernährung und Verschwendung. Zu diesem Schluss ist eine neue internationale Studie gekommen. 

Wir leben in einer Welt von Gegensätzen. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind 39 Prozent der Erwachsenen weltweit übergewichtig und gleichzeitig hungern 795 Millionen Menschen. Und trotzdem landen nach Angaben der Welthungerhilfe 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll.

Auch in der Schweiz werden riesige Lebensmittel-Abfallberge produziert: Alle drei Minuten könnte damit ein Müllwagen gefüllt werden. Bemühungen, diese Verluste zu reduzieren, könnten dabei helfen, die weltweite Nahrungsmittelsicherheit zu verbessern und Umweltschäden vorzubeugen. In Anbetracht dieser Umstände ist es umso erschütternder, dass der Schweizer Ständerat die Foodwaste-Petition des WWF gestern abgelehnt hat. Diese verlangte nach einem klaren Fahrplan zur Reduktion der Lebensmittelverluste bis 2030.

In der Schweiz wird innert drei Minuten das entsprechende Fassungsvermögen eines Müllwagens an Lebensmittelabfällen produziert. © Kevin D [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
In der Schweiz werden innert drei Minuten Lebensmittelabfälle produziert, die dem Fassungsvermögen eines Müllwagens entsprechen. © Kevin D [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Das Thema Foodwaste entlang der Produktionskette wurde nun in einer Studie unter Mitarbeit des Karlsruher Instituts für Technologie neu aufgerollt. Die Untersuchungen zeigen auf, dass die Weltbevölkerung rund zehn Prozent mehr Essen konsumiert, als sie für eine gesunde Ernährung braucht. Neun Prozent der Nahrungsmittel werden weggeworfen oder verderben.

Viehzucht verursacht grösste Verluste

Um die erzeugten Lebensmittelverluste zu erfassen, wurde das weltweite Nahrungsmittelsystem auf allen Stufen – von Getreideanbau und -ernte bis hin zum Konsum – unter die Lupe genommen. Denn riesige Einbussen entstehen bereits, noch bevor das Essen auf unseren Tellern oder Abfalleimern landet. So wird durch ineffiziente Produktionsprozesse bereits ein Teil des geernteten Getreides verschwendet, noch bevor es an den Konsumenten gelangt. Werden Überernährung und Verschwendung hinzugerechnet, muss man beim Getreide mit 50 Prozent Verlusten rechnen – dies entspricht 2.1 Milliarden Tonnen.

Extrem zu Buche, nämlich mit 78 Prozent Verlusten, schlägt dabei die Viehzucht. Essbare Tierprodukte wie Fleisch, Milch und Eier sind sehr ressourcen-intensiv. Mehr als eine Milliarde Tonnen Getreide muss eingesetzt, um 240 Millionen Tonnen dieser tierischen Produkte herzustellen. Diese Sachlage erschwert eine nachhaltige Versorgung der zunehmenden Bevölkerung, sollte die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten weiter ansteigen.

„Diese Studie stellt heraus, dass für das Thema Nahrungsmittelsicherheit sowohl die Produktion als auch der Konsum wesentliche Aspekte sind, die es zu berücksichtigen gilt, wenn es darum geht, nachhaltige Nahrungssysteme zu entwickeln.“, sagen Professorin Almut Arneth und Professor Mark Rounsevell, die an der Studie beteiligt waren.

Wer weitere Infos zur Lebensmittelverschwendung und Tipps zu deren Eindämmung erhalten möchte, kann sich hier informieren. 

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