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Flüsse voller Pestizide

  • Nicole Wabersky
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In einer gross angelegten Studie in Schweizer Flüssen fand das EAWAG einen ganzen Cocktail an Pestiziden. Untersucht wurden die Flüsse Salmsacher Aach (SG), Furtbach (ZH), Surb (AG), Limpach (SO) und Mentue (VD). Die entnommenen Proben wurden auf alle löslichen synthetischen Pflanzenschutzmittel und Biozide analysiert.

In den Flüssen enthalten waren 104 von 300 zugelassenen und analytisch nachweisbaren Wirkstoffen. Davon waren allein 82 reine Pflanzenschutzmittel. Der Grossteil dieser Pestizidbelastung stammt von den Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft.

Durchschnittlich befanden sich 40 Stoffe in jeder Probe. Die Konzentrationen lagen mehrfach über 0.1 Mikrogramm pro Liter. Da es sich hierbei um Mischproben aus zwei Wochen handelte, sind diese Konzentrationen sehr hoch. Deshalb müssen die kurzfristigen Spitzenkonzentrationen laut den Forschern teils vielfach höher liegen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Grenze überschritten wird, bei der gewisse Stoffe akut toxisch wirken. Eine Beeinträchtigung von Organismen im Wasser durch diese Pestizidmischungen ist laut dem EAWAG zu befürchten.

Überrascht über die Resultate war die Leiterin der Eawag-Abteilung für Umweltchemie und Mitautorin Prof. Juliane Hollender: «Ganz so sauber, wie immer wieder betont, scheinen die Schweizer Gewässer doch nicht zu sein». Dennoch trage die Detektion aller Pestizide nun dazu bei, dass diese Stoffe gezielter überwacht oder deren Einsatz eingeschränkt wird.

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Bild: Roland zh (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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