Flüsse unter Druck

  • Monika Jung
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flussErstmals zeigt eine Studie im globalen Massstab, wie stark Flüsse unter Druck sind. Bedroht ist nicht nur die wohl wichtigste Ressource der Menschheit, das Süsswasser, sondern auch die Biodiversität der Flusssysteme. Die Resultate machen deutlich, wie die gute Wasserverversorgung und Abwasserentsorgung in Mitteleuropa oder Nordamerika die Bevölkerung über die Realität der Gewässerbiodiversität hinwegtäuschen, schreibt der Infodienst Biodiversität Schweiz

Das internationale Forscherteam hat Daten von verschiedenen Faktoren, wie Gewässerverschmutzung, Verlust von Feuchtgebieten oder Verbreitung von invasiven Arten zusammengetragen und eine globale Karte der Gesamtbelastung für die grossen Flusssysteme erstellt. Dabei zeigt sich, dass rund 80 Prozent der Weltbevölkerung von überdurchschnittlich stark belasteten Flüssen abhängig sind. Vielfach gefährden dieselben Faktoren sowohl die menschliche Nutzung sauberen Wassers als auch die Biodiversität. So schmälert zum Beispiel die Abkopplung der Auen vom Fluss den Hochwasserrückhalt und die Grundwasseranreicherung und entzieht gleichzeitig selten gewordenen Arten den Lebensraum.

Obwohl sich die industrialisierten Länder seit Jahrzehnten um sauberes Wasser bemühen und sich für den Gewässerschutz engagieren, zeigt die Synthese, dass die Flüsse auch in Ländern wie den USA und im westlichen Europa massiv unter Druck stehen. Grosse Investitionen in die Wasserreinigung, die Wasseraufbereitung und den Hochwasserschutz konnten verhindern, dass die Situation für die Bevölkerung heikel wurde. Die Bedrohung der Biodiversität unterscheide sich hierzulande aber kaum von der prekären Situation in vielen Entwicklungsländern.

Die weltweite Analyse, so hoffen die Autoren, könnte Regierungen und Planern in vielen Teilen der Welt helfen, im Wassermanagement nicht die Fehler der reichen Länder zu wiederholen, sondern aus den gemachten Erfahrungen zu lernen. Neue Konzepte und Strategien müssten die Biodiversität neben der Sicherung aller wasserwirtschaftlichen Aspekte zugunsten des Menschen gleichwertig berücksichtigen.

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1 Kommentar

  • Florian

    Na ja, etwas tut sich ja. Auf der Saale schwammen vor 20 Jahren noch Schaumkronen von giftigen Einleitungen. Heute kann man wieder in der Saale baden und die tollsten Fische fangen.

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