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Fluss-Delfine sterben aus

  • Silvan Kaufmann
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delfinWegen Umweltgiften sterben die letzten Fluss-Delfine im Mekong. Dies zeigt eine neue Studie des WWF. Im 190 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Kambodscha und Laos leben nur noch etwa 70 Tiere dieser Art. Wenn jetzt nicht rasch gehandelt wird, sterben die Delfine bald aus. 

Allein in den letzten fünf Jahren wurden im Mekongfluss 88 Delfine tot aufgefunden. Über 60 Prozent von diesen waren Delfinkälber, die weniger als zwei Wochen alt geworden sind. Die Hauptursache für diesen dramatischen Verlust liegt in der starken Wasserverschmutzung durch Umweltgifte. Dies belegt eine neue Studie des WWF Kambodscha. 

Die Forscher fanden in den Körpern der verendeten Delfine giftige Rückstände von Pestiziden wie DDT, sowie von organischen Umweltgiften wie dem weltweit verbotenen, krebserregenden PCB. Zudem wurden auch große Mengen an Quecksilber gefunden. Dieses Schwermetall wird vermutlich bei Arbeiten in Goldminen freigesetzt. Die Gifte im Fluss zerstören das Immunsystem der Delfine, die danach an einer Bakterienerkrankung verenden, belegt die WWF-Studie. Diese Schadstoffe stellen nicht nur für die extrem bedrohten Delfine eine Gefahr dar, sondern auch für die am Fluss lebenden Menschen, weil sie Wasser und Fische aus dem Fluss konsumieren. 

Wegen der hohen Sterberate der Jungtiere nimmt der Delfinbestand dramatisch ab. Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es noch rund 70 Mekong-Delfine. „Nur wenn wir jetzt entschlossen handeln, hat der Fluss-Delfin noch eine Chance“, sagt Doris Calegari, Artenschutzexpertin beim WWF Schweiz. „Wir unterstützen ein lokales Präventionsprogramm des WWF Kambodschas, das den Gesundheitszustand der Delfine verbessern will. Dies allein reicht aber nicht aus: Nötig ist auch, dass die Giftstoffe im Fluss rasch reduziert werden.“ Dies ist nur mit verstärktem Engagement der lokalen Behörden realisierbar.

WWF

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