Reh Kitz

Rehkitze in Gefahr

  • Eliane Küpfer
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Die eidgenössische Jagdstatistik weist jährlich rund 1500 Rehkitze aus, die durch Mähmaschinen zu Tode kommen. Das sind sieben bis zehn Prozent aller pro Jahr tot aufgefundener Rehe – die Dunkel- ziffer dürfte erheblich höher liegen.

Tierschutz, Landwirte, Jäger und Wildüter arbeiten zusammen um dieses Tierleid zu verringern. Infrarot-gestützte Suchsysteme zum Auffinden von Rehkitzen in Mähwiesen gewinnen erfreulicherweise an Bekanntheit. Doch die grossflächige Anwendung von Hightech-Geräte scheitert zu oft an mangelnder Koordination und Kooperation der Beteiligten oder an fehlenden finanziellen Mitteln. Ein Patentrezept zum Aufspüren aller Rehkitze gibt es jedoch bislang nicht.

Daher sind weiterhin auch althergebrachte Massnahmen wie die manuelle Suche, die Beobachtung der Rehgeissen im Frühsommer, sowie die Beachtung von Vorsichtmassnahmen während des Mähens unerlässlich. Unabhängig von der  Methode ist für eine erfolgreiche Rehkitzrettung ist die Zusammenarbeit aller Interessengruppen unumgänglich. In einem neu verfügbaren Merkblatt gibt der Schweizer Tierschutz STS einen Ueberblick über die Methoden und vermittelt Tipps für Prävention und Suche.

Was tun, wenn ein Rehkitz gefunden wird?
Rehmütter setzen ihre Kitze vorwiegend in waldnahe Wiesen. Dank ihres gefleckten Fells sind die Kleinen bestens getarnt und bei Gefahr ducken sich die Kitze tief ins Gras und verharren regungslos. Gefundene Rehkitze sollten niemals von blosser Hand berührt werden. Gian Largiader vom Schweizerischen Wildhüterverband sagt: „Im Normalfall wird das Rehkitz von den Eltern wieder gefunden.“ Auch Spaziergänger sollen daher Rehkize nicht einfach mitnehmen. Sollte das Tier verletzt sein, kann der Wildhüter vor Ort entscheiden, wie weiterverfahren wird. Besonders wichtig ist es jetzt Hund beim Spazieren entlang von Wäldern und hohen Wiesen an die Leine zu nehmen, empfiehlt VIER PFOTEN. Denn Hunde übertragen ihren Geruch und stressen möglicherweise die Mutter, die sich in der Nähe befindet.

Bild: Walter Mains [Public domain], via Wikimedia Commons

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1 Kommentar

  • Carole Enz

    Sorry, schon wieder ich: Hier sieht man wieder ein Weisswedelhirschkalb und kein Rehkitz! Im Internet wird diese Verwechslung oft gemacht, weil die amerikanische Bezeichnung falsch ins Deutsche übersetzt wird…

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