Pinguin bedrohte Art

Hütehunde für bedrohte Frackträger!

  • Eliane Küpfer
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Auf der Warrnambool’s Middle Island in Australien werden Herden- schutzhunde zum Schutz der bedrohten Zwergpinguine (Eudyptula minor) eingesetzt. Das ist sehr schlau, findet das englische News- portal TreeHugger. Denn die Herdenhunde wurden gezüchtet um Haustiere zu schützen.

Die Pinguinkollonie wurde von den eingeführten Füchsen stark dezimiert. Wo es zuvor eine Kolonie von 1500 Tieren gab, lebten als das Projekt im Jahr 2006 startete gerade noch vier Brutpaare. Die Füchse kamen bei Ebbe auf die Insel oder schwammen sogar rüber. Ein Problem das sich auch mit Giftködern nicht befriedigend lösen liess. Zwergpinguine waren früher weit verbreitet an den Küsten Australiens und Neuseelands, heute können sie nur noch auf abgelegenen, raubtierfreien Inseln überleben.

Auf den australischen Festland werden Herdenhunde schon lange mit Erfolg in der Hühnerhaltung eingesetzt, ohne sie wäre eine Freilandhaltung gar nicht möglich. Wieso sollten sie also nicht für den Naturschutz eingesetzt werden, dachte sich der findige Umweltwissenschaftler David Williams. So wurden vor sieben Jahren zwei Maremmen-Abruzzen-Schäferhunde auf die Insel gebracht. Da die Hunde nur die Pinguine und die ihnen bekannten Forscher akzeptieren, musste die Insel für die Öffentlichkeit geschlossen wird. Doch das Projekt bekam eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung. In einer Umfrage sagten 93 Prozent der Menschen, dass sie die Insel, die beliebt zum Fischen und Schnorcheln war, gerne für die Pinguine aufgeben. Wichtig war dabei, dass die Bevölkerung bei den Entscheidungen und im Projekt eingebunden wurde.

Nach der letzten Zählung brüten inzwischen wieder 200 Paare auf der Insel. Zudem wurde in den letzten sieben Jahren kein einziger Pinguin mehr von den Füchsen getötet. Das ist ein weiteres gutes Beispiel für die Effizienz der Herdenschutzhunde. Es ist zu hoffen, das sich auch in Schweizer Raubtierregionen der Herdenschutz flächendeckend durchsetzt. Denn der Bund unterstützt hierzulande den Einsatz von Maremmen-Abruzzen-Schäferhunden schon jetzt finanziell.

Bild: JJ Harrison [Creative Commons], via Wikimedia Commons

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