Grilling_Steaks

Fleischkonsum nimmt ungebremst zu

  • Sophie Ryser
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Kürzlich wurde in Deutschland der „Fleischatlas 2014“ veröffentlicht. Dieser wird von der Heinrich-Böll- Stiftung, Le Monde Diplomatique und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegeben und zeigt Fakten über den weltweiten Fleischkonsum und Entwicklungen auf.

Es zeigt sich, dass der Fleischkonsum weiterhin ungebremst steigt. Momentan werden weltweit etwa 300 Millionen Tonnen Fleisch pro Jahr produziert, doch bis Mitte des Jahrhunderts könnte die Produktion auf fast 500 Millionen Tonnen steigen. Mehr Tiere benötigen auch mehr Futter, das heisst dass besonders die Sojaproduktion für Futtermittelzwecke von 260 auf 500 Millionen Tonnen ansteigen würde. Besonders in asiatischen Ländern ist der Fleischkonsum stark angestiegen.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, kritisierte besonders die Industrialisierung in der Fleischerzeugung: „Moderne Schlachtanlagen in Europa und den USA nehmen immer absurdere Dimensionen an. Während wir in Deutschland 735 Millionen Tiere pro Jahr töten, schlachtet alleine die US-Gesellschaft Tyson Foods mehr als 42 Millionen Tiere in einer einzigen Woche. Dahinter kann kein gesundes Agrarsystem stehen.“

Schon heute wandert allein für die europäische Fleischproduktion Soja von umgerechnet 16 Millionen Hektar Land in die Tröge. Weltweit werden 70 Prozent aller Agrarflächen für den Futtermittelanbau verwendet. „Das Futter für die zusätzliche Produktion von mehr als 150 Millionen Tonnen Fleisch im Jahr wird Land- und Nahrungsmittelpreise explodieren lassen. Die Zeche für den globalen Fleischhunger zahlen die Armen, die von ihrem Land verdrängt werden und sich aufgrund der hohen Preise weniger Nahrung leisten können“, prognostizierte Unmüßig.

Weiter ist die Umwelt durch steigenden Fleischkonsum stark bedroht. Regenwälder werden abgeholzt, um Sojafelder anzulegen. Und da häufig Gentech-Soja verwendet wird, steigt die Verwendung von Herbiziden wie Glyphosat, welche nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Menschen direkt schädigen können. Weiter werden gerade in aufstrebenden Ländern zum Beispiel im asiatischen Raum verstärkt Hormone und Antibiotika eingesetzt.

Das alles bedeutet nicht, dass nun alle Menschen von heute auf morgen auf Fleisch verzichten müssen. Wenn aber jeder einzelne bereit wäre, seinen Fleischverbrauch auch nur ein wenig zu reduzieren, könnte dies enorme positive Auswirkungen auf die Umwelt und für uns Menschen haben.

Pressemitteilung BUND

Bild: _BuBBy_ from USA [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

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