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Fledermausinventar in der Stadt Zürich

  • Dominique Haiden
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rhinolophus_hipposideros_kolIn den vergangenen 30 Jahren wurden der Stiftung Fledermausschutz aus der Stadt Zürich mehrere Hundert in Wohnungen verirrte, erschöpfte oder verletzte Fledermaus-Findlinge übergeben. Dabei handelte es sich um 15 verschiedene Fledermausarten, was der Hälfte der in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten entspricht. Die Stadt Zürich ist ein Hotspot der Fledermaus- Biodiversität, doch nur einige wenige Arten wurden häufig gefunden, viele nur ab und zu und beispielsweise von der Mopsfledermaus nur gerade ein einziges Exemplar. Ein Forschungsprojekt soll nun mit High-Tech-Methoden den aktuellen Bestand erfassen. Die Bevölkerung ist zur Meldung von Fledermausverstecken aufgerufen.

Das flatterhafte Nachtleben am Seeufer, an der Limmat und um Strassenlampen ist in der Stadt Zürich zwar offensichtlich, doch wo sich die Flatterer tagsüber aufhalten, weiss bis heute kaum jemand. Die Fledermausforscher der Stiftung Fledermausschutz haben darum für diesen Sommer eine Bestandserhebung gestartet. Jetzt im Juni und Juli verstecken sich Mütter mit ihren Säuglingen als heimliche Untermieter hinter Wandverschalungen, unter Schindeln, in Rollladenkästen und unter Dachziegeln oder Flachdächern. Die Stadtbevölkerung ist aufgefordert, solche Fledermausverstecke zu melden, denn diese Unterschlüpfe sind rar. Die auf Energieeffizienz ausgerichtete moderne Bauweise bietet kaum mehr Versteckmöglichkeiten oder verwendet glatte Oberflächenmaterialien, an denen sich Fledermäuse nicht festkrallen können. Und bei Fassadensanierungen werden bestehende Unterschlüpfe oft unbeabsichtigt zerstört. Viele der 15 in der Stadt Zürich lebenden Fledermausarten sind darum bedroht und der nachhaltige Schutz der noch bestehenden Reproduktionskolonien ist dringend notwendig.

Ein Forschungsteam der Stiftung Fledermausschutz überprüft alle Meldungen aus der Bevölkerung und ist überdies in der Nacht mit Fahrrädern unterwegs, die mit Hightech-Tonanalysegeräten ausgerüstet sind. Damit können die Flatterer beim Rückflug ins Versteck akustisch geortet und verfolgt werden. Mit diesem einzigartigen Forschungsprojekt „UBB – Ultrasound, Bike and Bats“ erhoffen sich die Forscher aktuelle Erkenntnisse über Verbreitung und Bestand der stadtzürcher Fledermausarten. Die Forschungsresultate werden Grün Stadt Zürich zur Verfügung gestellt, damit die Liegenschaftsbesitzenden bei Umbauten für Schutzmassnahmen und bei Neubauten für Fördermassnahmen beraten werden können.

Weitere Informationen und Verstecke melden

Stiftung Fledermausschutz

Bild: www.fledermausschutz.ch

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