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Flamingo abgeschossen

  • Gavino Strebel
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chileflamingoDie Jagdverwaltung des Kantons Aargau hat am 11. Januar 2010 den Chileflamingo abgeschossen, der sich seit Weihnachten 2009 im Naturschutzgebiet „Flachsee Unterlunkhofen“ im aargauischen Reusstal oberhalb Bremgarten aufgehalten hatte. Die Jagdverwaltung fällte den Entscheid aufgrund einer Rücksprache mit dem Basler Zoo. Diese hätte ergeben, dass der Flamingo bereits geschwächt gewesen sein. Der Flachsee sei bereits teilweise zugefroren gewesen und hätte dem Flamingo zudem grundsätzlich zu wenig Futter geboten, so die Einschätzung der Experten. Die Jagdverwaltung des Kantons Aargau kam deshalb zum Schluss, dass der Chileflamingo am Flachsee verhungert wäre. Ein Einfangen des Flamingos wäre nahezu unmöglich gewesen, so die Jagdverwaltung.

Die Vogelwarte Sempach wurde vor dem Entscheid zum Abschuss von der Jagdverwaltung des Kantons Aargau kontaktiert. Dabei ging es primär um die Frage der Herkunft des Vogels. Die Vogelwarte wies darauf hin, dass der Vogel vermutlich aus einem Zoo geflohen sei. Nach Ansicht der Vogelwarte hat sich ein sofortiger Abschuss des Tieres nicht aufgedrängt und wäre nur aus Tierschutzgründen zu rechtfertigen gewesen, d.h. wenn das Tier sehr geschwächt gewesen wäre und nicht hätte eingefangen werden können.

Leider erst nachträglich hat sich herausgestellt, dass der Chileflamingo aus dem Zoo Zürich entflogen war. Trotz Nachfragen von Journalisten und von der Jagdverwaltung des Kantons Aargau hatte der Zoo Zürich nicht bemerkt, dass ihm einer seiner 50 Chileflamingos fehlte, was den Abschuss verhindert hätte. Die Jagdverwaltung des Kantons Aargau ist von Gesetzes wegen verpflichtet, so genannte Neozoen (also nicht-einheimische Tiere) aus der freien Wildbahn zu entfernen. Die zwei Fehler im Zoo Zürich (1. den Vogel entweichen lassen und 2. den Verlust nicht bemerken) waren die Ursache des Problems.

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