Strassenlampe, Strassenbeleuchtung

Flächendeckende LED-Strassenbeleuchtung

  • Stefanie Pfefferli
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Seit gestern ist die Energiestadt Igis im Bündner Rheintal die erste Gemeinde der Schweiz mit einer flächendeckenden LED-Strassenbeleuchtung! Damit wird nicht nur der Stromverbrauch der 680 Leuchtstellen um 60 Prozent reduziert, auch die Lichtverschmutzung nimmt markant ab, wie die Gemeinde Landquart in der aktuellen Medienmitteilung schreibt. Für den Bündner Energiedirektor Mario Cavigelli hat Igis damit eine Pionierleistung vollbracht. Bundesrätin Doris Leuthard lobt die Gemeinde Igis als „Leuchtturm“.

 

Am Anfang stand ein Ziel: Der Gemeindevorstand von Igis will den Stromverbrauch der öffentlichen Hand bis 2012 um 10 Prozent reduzieren. Das grösste Einsparpotenzial ortetet ein beauftragter Experte bei der Strassenbeleuchtung. Sie besteht zu über 90% aus stromfressenden Quecksilberdampflampen und beansprucht einen Drittel des öffentlichen Strombedarfs. Daraus entstand die Vision, die Strassenbeleuchtung von Igis – dazu gehört auch Landquart – vollständig auf hocheffiziente LED-Leuchten umzurüsten. Mit der Zustimmung zu einem Investitionskredit von 620’000 Franken gab die Igiser Gemeindeversammlung Ende 2010 den Startschuss zur Umsetzung des ambitiösen Projekts.

 

Nach intensiver Planungsarbeit und einem wegweisenden Ausschreibeverfahren wurde aus der Vision Realität: Gross ist die Freude darüber nicht nur bei allen Projektbeteiligten und bei den 8000 Einwohnern. Auch der Bündner Regierungsrat und Energiedirektor Mario Cavigelli ist des Lobes voll: „Der Gemeindevorstand Igis hat Mut zur Vision bewiesen und die Bevölkerung hat ihn unterstützt. Das Resultat ist eine eindrückliche Pionierleistung.“ Über 30 Kilometer Gemeindestrassen werden heute vollständig mit LED beleuchtet. Die Strom- und Unterhaltskosten sinken von rund 110’000 Franken auf gut 30’000 Franken pro Jahr. Für Andreas Thöny, federführendes Mitglied des Gemeindevorstandes, ist auch die Wirkung überwältigend. „Die Beleuchtung ist heller, sie kommt dem Tageslicht nahe und gibt die Farben echt wieder. Der Lichtstrahl fällt wie ein Vorhang über die Strasse, ohne Streuung und Belästigung der Anwohner.“ Zudem wird der Stromverbrauch der Gemeindeinfrastrukturen innerhalb eines Jahres um 20 Prozent reduziert – das Doppelte dessen, was sich der Gemeindevorstand zum Ziel gesetzt hatte.

Bild: Holger Ellgaard (Wikimedia Commons)

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