© Andreas Issleib [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© Andreas Issleib [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Fischotternachwuchs in der Region Bern lässt hoffen

  • Kathrin Ruprecht
  • -

In den letzten Monaten wurde in der Aarelandschaft zwischen Bern und Thun mehrmals eine Fischotterfamilie beobachtet. Dabei handelt es sich um ein Weibchen mit zwei Jungen. Die Zeichen für eine Wiederansiedlung stehen gut.

Seit mehreren Jahren werden sporadisch Fischotter in der Aarelandschaft zwischen Bern und Thun beobachtet. Bei den Tieren handelt es sich möglicherweise um Nachkommen eines bei einem Hochwasser 2005 im Tierpark Dählhölzli entwichenen Fischotterpaares. Im Rahmen des Bibermonitorings wurde in den letzten Monaten regelmässig ein Fischotterweibchen mit zwei Jungtieren bei einer Fotofalle erfasst. Das 2005 entwichene Fischotterpaar ist heute aber nachweislich nicht mehr in der freien Natur. Deshalb wird die genaue Herkunft der Fischotterfamilie nun mit einer genetischen Untersuchung abgeklärt. Die kantonalen Behörden werden die Fischotter weiter laufend beobachten, schreibt die Volkswirtschaftsdirektion des Kanton Berns.

Die Stiftung Pro Lutra freut sich über die Nachricht, denn der Nachwuchs deutet auf gute Lebensbedingungen für die Tiere hin. Seit einigen Jahren wurden wieder vereinzelte Fischotterbeobachtungen registriert. Im Kanton Graubünden, Genf und Tessin konnten Tiere nachgewiesen werden. Gesicherte Nachweise von Fischottern konnten zum Beispiel durch Videokameras bei Fischtreppen oder Totfunde erbracht werden.

Im Elsass, Frankreich und Österreich gibt es noch Fischotterbestände, welche sich nun wieder ausbreiten. Die Fischotter seinen definitiv auf dem Weg zurück in die Schweiz, schreibt Pro Lutra. Geeignete Lebensräume werden nun gesucht und Massnahmen entwickelt, um die Wiederansiedlung zu fördern.

Die Volkswirtschaftsdirektion des Kanton Berns wird die Betreiber der direkt betroffenen Fischzuchtanlagen auf mögliche Schutzmassnahmen hingewiesen. Fischotter ernähren sich von Fischen, Amphibien, Vögeln und anderen Kleintieren. Fischzuchtanlagen sind potenzielle Nahrungsquellen und müssen deshalb geschützt werden.

Der Fischotter ist durch das eidgenössische Jagdgesetz als einheimische Tierart geschützt und nicht jagdbar. In der Schweiz wurde er 1952 unter Schutz gestellt.

Beitrag kommentieren