Speicherkraftwerke lassen Fischbestände kollabieren

  • Eliane Küpfer
  • -

Im Alpenrhein werden immer weniger Fische gefangen. Im vergan- genen Jahr wurden laut ProFisch Alpenrhein entlang des liechten- steinischen Alpenrheinabschnitts noch 78 Fische gefangen, während bei der Einführung der Fischfangstatistik in den 1970er Jahren jähr- lich etwa 2‘660 Fische gefangen wurden. Diese Feststellung deckt sich mit den gemeinsamen wissenschaftlichen Untersuchungen der Fischereibehörden von Graubünden, Liechtenstein, St. Gallen und Vorarlberg, welche ebenfalls nur noch extrem tiefe Fischbestände nachweisen.

Hauptursache dieses Niederganges ist nicht ein einmaliges Ereignis wie zum Beispiel kürzlich im Spöl im Schweizerischen Nationalpark, wo eine Schlammlawine aus einem Stausee ein Fischsterben ausge- löst hatte, wie Naturschutz.ch berichtete. Im Alpenrhein findet die Katastrophe täglich statt, indem die zunehmende Anzahl von Spei- cherkraftwerken unnatürliche Abflussschwankungen verursachen, den so genannten Schwall und Sunk. Die kürzlich abgeschlossenen Untersuchungen und Studien der Internationalen Regier- ungskommission Alpenrhein (IRKA) bestätigen die negativen Auswirkungen der gestörten Abflussverhältnisse, die sich aus einer immer stärkeren Nutzung der Flüsse zur Stromgewinnung durch Wasserkraftwerke ergeben.

Die Fischereiverbände Graubünden, Liechtenstein, St. Gallen und Vorarlberg haben sich im Verein „ProFisch Alpenrhein“ zusammengeschlossen. Sie appellieren angesichts der dramatisch schlechten Situation für die Fische sowohl an die Kraft- werksgesellschaften wie auch an die Behörden, mit der Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Sanierungsmassnahmen möglichst rasch zu beginnen. Auf keinen Fall dürfen neue Kraftwerke die Situation weiter verschlechtern!

Strategisch sind die Sanierungen im ganzen internationalen Einzugsgebiet zu koordinieren und nicht nur auf den Hauptfluss Alpenrhein, sondern auch auf die fischökologisch sensiblen und meist noch stärker beeinträchtigten Alpenrhein-Zuflüsse auszurichten. ProFisch Alpenrhein wird sich zusammen mit der „Plattform Lebendiger Alpenrhein“ dafür einsetzen, dass die Massnahmen auch wirklich umgesetzt werden, die von der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein zur Sanierung des Alpenrheins und seiner Nebenflüsse beschlossen wurden.

Bild: Islandmen [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Beitrag kommentieren