Fischerei

Fisch hat nun eine Herkunft

  • Sophie Ryser
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Bei Fleisch muss in der Schweiz deklariert sein, wo es herkommt. Entweder auf der Verpackung, beim Offenverkauf an der Theke oder im Restaurant auf der Speisekarte oder einem Plakat. Bei Fisch war dies aber nicht der Fall, obwohl diese Information für den Kunden genau so wichtig wäre. Denn Fischbestände sind häufig bedroht, eine Ortangabe könnte bereits helfen, kritische Fanggebiete zu meiden. Zudem sind Zuchtbetriebe in gewissen Regionen stärker mit Schadstoffen belastet als andere.

Die unterschiedliche Deklarierung von Fleisch und Fisch liegt an verschiedenen gesetzlichen Vorschriften. Auch wenn die Herkunft von Fisch im Laden oft angegeben ist, ist diese Angabe freiwillig. Einzig auf Anfrage muss der Verkäufer oder das Restaurant mündlich Auskunft geben. Dies ändert sich nun aber. Nachdem bereits National- und Ständerat zugestimmt haben, zeigte sich auch der Bundesrat mit einer Änderung einverstanden. Neu muss Fisch gleich deklariert werden wie Fleisch.

Für einheimische Berufsfischer ist die Herkunftsdeklaration sicherlich von Vorteil. Wenn der Kunde weiss, dass die Fische aus der Gegend stammen, kann er ohne schlechtes Gewissen zugreifen. Doch am Herkunftsland alleine kann nicht erkannt werden, wie die Tiere gefangen wurden. In Schleppnetzen findet sich oft eine Menge Beifang, welcher verletzt oder tot einfach über Bord geworfen wird. Und an Langleinen gefangene Fische werden oft noch stunden- oder sogar tagelang durchs Meer gezogen. Deshalb wäre es auch wichtig die Fang- oder Produktionsmethode anzugeben, nicht nur das Herkunftsland. Damit hätten die Kunden die Wahl, welche Methoden sie unterstützen wollen. Gerade die Grossverteiler Migros und Coop lehnen es aber ab, zusätzlich die Fangmethode anzugeben. Sie finden, dass die momentan angegebene Menge an Informationen durchaus ausreiche.

Der WWF setzt daher auf Labels wie das MSC- oder Bio-Label. Daran ist schnell erkennbar, ob ein Fisch umweltverträglicher ist als ein anderer.

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Bild: Tvb hof [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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