Blauflossenthunfisch

Fisch-Fangquoten einfach nachhaltig

  • Nora Kieselbach
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Um Fisch-Fangquoten festzulegen, die nachhaltig und langfristig den grösstmöglichen Ertrag bringen können, waren bisher aufwendige Forschungen nötig. Biologen aus Kiel und Vancouver präsentieren nun eine einfache Berechnungsmethode, die auf einfach zugängliche Daten zurückgreift, wie der Informationsdienst Wissenschaft idw mitteilt.

Es klingt so einfach wie sinnvoll: 1982 einigten sich über 160 Staaten darauf, Fischerei so nachhaltig zu betreiben, dass alle Fischbestände langfristig den grösstmöglichen Ertrag (engl: Maximum Sustainable Yield, MSY) liefern. So steht es im internationalen Seerechtsabkommen UNCLOS von 1994.

Ein Grundproblem für alle Reformversuche war und ist jedoch, den MSY genau festzulegen. Bisher benötigte man dazu eine längere Zeitserie der Anzahl Fische, die zu einem bestimmten Bestand gehören – diese Bestandesabschätzungen sind jedoch aufwendig und kostenintensiv. Für viele Fischbestände ist der MSY daher nicht bekannt. In der internationalen Fachzeitschrift „Fish and Fisheries“ präsentieren nun zwei Forscher aus Kiel und Vancouver eine neue Methode, den MSY mit viel weniger Aufwand und auf Grundlage leicht zugänglicher Daten zu ermitteln.

Die beiden Forscher nutzen dabei statt der Gesamtzahl der Fische eines Bestandes die Menge der von Fischern gefangenen Tiere. „Das sind Daten, die die entsprechende Behörden sowieso erheben“, erklärt Dr. Froese vom GEOMAR in Kiel. Diese „Fang“-Zahl wird anschliessend in Verbindung mit der Fähigkeit einer Fischart gebracht, sich zu regenerieren. „Das wiederum ist biologische Grundlagenforschung. Es geht um die Frage der Widerstandsfähigkeit, also wie schnell ein Fischbestand Verluste durch Fischerei ausgleichen kann. Bei den meisten Arten gibt es dazu Erkenntnisse, die auch in der globalen online-Datenbank FishBase erfasst sind“, erklärt der Kieler Fischereibiologe. Aus dem Verhältnis der Fangmengen und der Regenerationsfähigkeit lässt sich dann mit einigen Zwischenschritten der MSY berechnen.

Die neue Methode wurde an 148 sehr verschiedenen Fischbeständen getestet, für die aufgrund früherer Studien bereits Erkenntnisse zum MSY vorlagen. „Die Ergebnisse, die wir mit unserer einfachen Methode erzielt haben, entsprechen weitgehend denen schon existierender Studien, die aber mit viel grösserem Aufwand erzielt wurden“, betont Dr. Froese.

Weitere Informationen 

Artikel in „Fish and Fisheries“

UNCLOS (1982)

Bild: © Wild Wonders of Europe /Zankl / WWF

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