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Feuersalamanderlarve | © Tierpark Goldau

Feuersalamander wahlweise Frühlings- oder Herbstkinder

  • Judith Schärer
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Feuersalamander können als einzige einheimische Amphibien sowohl im Frühling als auch jetzt im Herbst Larven in die Gewässer absetzen. Auch durch weitere spezielle Eigenschaften nehmen sie unter den einheimischen Amphibien eine besondere Stellung ein. Leider sind die Lurchtiere heute in ganz Europa vom Aussterben bedroht.

Feuersalamander unterscheiden sich wesentlich von anderen einheimischen Amphibien, wie Experten des Natur- und Tierparks Goldau erklären. Zum einen sind sie aufgrund ihres Aussehens unverwechselbar, zudem verfügen sie über Eigenschaften, die sie von den anderen Amphibien unterscheiden. Beispielsweise suchen Frösche, Kröten und Molche bis zum Ende der Sommerzeit ihre Überwinterungsplätze auf und drosseln den Stoffwechsel auf ein Minimum. Nicht so die kälteresistenteren Feuersalamander. Sie gebären ihre Larven ins kalte Wasser. Im Gegensatz zu den Fröschen und Kröten, die ihren Laich ins Wasser absetzen, schlüpfen die Salamanderlarven bereits in der Gebärmutter aus den Eiern und werden als Larven geboren. Mit ihren Kiemenästen seitlich am Kopf, dem grossen, gefrässigen Maul und dem fast durchsichtigen Schwanz sehen die Salamanderlarven aus wie kleine Dinosaurier, die bestens ans Unterwasserleben angepasst sind. Äusserst gefrässig sind sie, denn sie brauchen viel Energie, um sich im kalten Wasser bewegen zu können. Mit ihrem grossen Maul packen die winzigen Kannibalen auch mal einen kleineren Artgenossen und verspeisen ihn ebenso genüsslich wie das Kleingetier, das sich auf dem Grund der Bäche tummelt. Die Larven der Feuersalamander überwintern im kalten Wasser kleiner Gewässer. Ihre Entwicklung geht bei den tiefen Wassertemperaturen im Winter nur langsam vorwärts. Trotzdem haben sie im Frühling einen zeitlichen Vorsprung gegenüber den anderen Amphibienlarven, die erst als Laich abgesetzt werden und dann noch die restliche Entwicklung vor sich haben. Die Salamanderlarven haben im frühen Frühling noch keine Futterkonkurrenten im Wasser und können sich darum schneller entwickeln. Bald vollziehen sie die Umwandlung und steigen als fertige kleine Salamander ans Land.

Feuersalamander sind heute in ganz Europa vom Aussterben bedroht. Zunehmend verschwinden Laubwälder mit viel Totholz und einer üppigen Moos- und Krautvegetation an kleinen, nähr- und sauerstoffreichen Waldbächen, in die Salamander ihre Larven absetzen. In den letzten Jahren hat zudem in Holland und Belgien eine mysteriöse Hautpilzkrankheit ganze Bestände ausgelöscht. Der Natur- und Tierpark Goldau setzt sich mit der Pflege seines Naturschutzgebiets und der Erhaltungszucht für das Überleben der Feuersalamander ein.

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