© CIPRA Schweiz
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Feuer in den Alpen: «Keine 2. Röhre am Gotthard!»

  • Nicole Wabersky
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Mit den Höhenfeuern wird seit 1988 alljährlich ein Zeichen für die Erhaltung des Erbes des Alpenraums sowie gegen die Zerstörung des sensiblen Ökosystems Alpen gesetzt. Dieses Jahr sollen die Feuer daran erinnern, dass eine zweite Strassenröhre am Gotthard den in der Verfassung verankerten Schutz der Alpen sabotiert.

Namhafte Tessiner Ärztinnen und Ärzte wehrten sich im Juli mit einem offenen Brief gegen die zweite Strassenröhre am Gotthard: Die Luft im südlichen Kantonsteil sei schon heute überdurchschnittlich stark verschmutzt. Das sei Ursache für viele Atemwegs- und Herzerkrankungen, Krebs und Schäden an ungeborenen Kindern.

Die Ärztinnen und Ärzte halten klar fest: «Beim besten Willen können wir nicht glauben, dass man eine zweite Gotthardröhre „ohne Kapazitätserweiterung“ realisieren kann. Man wird unter dem Druck Europas diese teure Infrastruktur vollständig ausnutzen, was gravierende Folgen für die Gesundheit der schon überbelasteten Bevölkerung entlang der Nord-Süd-Achse mit sich bringen wird.» 

Der Bundesrat informiert zudem mit veraltetem Zahlenmaterial über den Lastwagen- und Autoverlad während der Sanierung des bestehenden Tunnels. Hans Weber, Geschäftsführer der CIPRA Schweiz meint dazu: „Die Regierung hausiert weiterhin mit der falschen Verladelösung, mit veralteten Angaben über die Kapazitäten eines Lastwagenverlads und überzeichnetem Landverbrauch für die Infrastruktur“.

Dabei blendet der Bundesrat die bundeseigene Studie aus, welche langfristige Mehrkosten von drei Milliarden Franken für die zweite Röhre aufweist. Die zweite Röhre am Gotthard torpediert darüber hinaus die Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene. Somit zeigt sich immer klarer, wie der Alpenschutz ausgehebelt werden soll: mit dem faktischen Ausbau der Strassenkapazität und dem Aushöhlen des Verlagerungsziels. 

Auch am 9. August 2014 werden laut Mitteilung 30 Feuer in diesen Alpenregionen entzündet: Berchtesgadener Land, Tirol, Steiermark, Oberes Gericht, Kärnten, Vorarlberg, Berner Jura und Berner Oberland, Gruyère, Graubünden, Ticino sowie in Südtirol.

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