Die Feldlerche droht zu verschwinden.
Die Feldlerche ist auf die Unterstützung der Landwirte angewiesen. Sonst droht ihr Gesang auch in weiteren Ackerbaugebieten zu verstummen. © Markus Jenny

Feldlerche fördern und trotzdem hohe Erträge erhalten

  • Redaktion Naturschutz
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In vielen Ackerbaugebieten der Schweiz hat die Feldlerche keine Chance mehr, Junge grosszuziehen. In einem Projekt testet die Vogelwarte nun Anbausysteme, die es der Feldlerche ermöglichen, auch im Acker wieder erfolgreich zu brüten. Damit werden Synergien zwischen der Produktion von Nahrungsmitteln und der Förderung der Artenvielfalt genutzt.

Sie ist charismatisch und aus offenen Ackerbaugebieten eigentlich nicht wegzudenken: die Feldlerche. Auch Feldhasen, sowie viele Insekten und Wildkräuter leben im Ackerland. Doch der intensive Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden erschwert den Pflanzen und Tieren das Leben, und die wenigen Biodiversitätsförderflächen sind oft der einzige Rückzugsraum, berichtet die Vogelwarte Sempach.

Um den massiven Rückgang der Artenvielfalt im Ackerland zu stoppen, müssten auch die Bedingungen auf den Produktionsflächen markant verbessert werden. In der konventionellen Landwirtschaft werden biodiversitätsfreundliche und ressourcenschonende Anbauverfahren bisher aber nur zögerlich praktiziert. Eine Herausforderung besteht darin, Ertragsverluste auf niedrigem Niveau zu halten.

Nest einer Feldlerche.
Die Feldlerche brütet am Boden und legt ihr Nest vorzugsweise von Vegetation geschützt an. © Judith Zellweger

Mut zur Lücke!

Im Rahmen eines Ressourcenprojekts testen die Vogelwarte und ihre Projektpartner, wie sich die Förderung der Biodiversität und die Produktion von Mais und Winterweizen auf der Ackerfläche kombinieren lassen. Die Auswirkungen werden ganzheitlich erfasst und analysiert. Eine Massnahme besteht darin, in Weizenfeldern bei der Saat Streifen auszusparen, die von der Feldlerche als Landebahnen und Nistplätze genutzt werden. Im Mais wiederum, wird eine Kleemischung eingesät. Diese Untersaat bietet der Feldlerche Deckung und damit Nistmöglichkeiten sowie Schutz vor Fressfeinden.

Damit sich die Feldlerche wohl fühlt, braucht sie Landebahnen.
Die Feldlerche braucht «Landebahnen» von 30 bis 40 cm Breite, um in Getreidefeldern landen zu können. In den parallel verlaufenden und teilweise mit Untersaat begrünten «Nistbahnen» brütet sie gerne. © Markus Jenny

Beide Massnahmen verbessern das Angebot an Insekten die der Feldlerche als Nahrung zur Verfügung stehen und fördern weitere Nützlingen. Dadurch können die Feldlerchen mehr Junge grossziehen. Doch nicht nur die Vögel profitieren. Erwartet wird auch eine positive Wirkung auf Nützlinge und weitere ackerbewohnende Arten, wodurch der Pestizideinsatz reduziert werden kann. Erste erfreuliche Resultate deuten darauf hin, dass der Ertrag in Winterweizenfeldern mit solchen Lückenmustern keine Ertragsverluste verursacht.

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