Der Feigenkaktus als Geheimwaffe gegen arsenbelastetes Trinkwasser. | © Corey Leopold, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Der Feigenkaktus als Geheimwaffe gegen arsenbelastetes Trinkwasser. | © Corey Leopold, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Feigenkaktus filtert Arsen aus Trinkwasser

  • Amanda Buol
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Der Feigenkaktus hat die Fähigkeit verunreinigtes Wasser zu säubern. Eine aktuelle Studie beweist nun, dass sogar Umweltgifte wie Arsen aus dem Wasser gefiltert werden können.

In Mexiko wird der Feigenkaktus seit jeher als Hausmittelchen gehandelt, denn der Saft des gekochten Kaktus macht trübes Wasser geniessbar. Die Chemieingenieurin Norma Alcantar veranlasste es dazu, die Fähigkeiten des Kaktus zu untersuchen. Dabei untersuchte sie, wie mit Hilfe von Kaktusfleisch Bakterien und Arsen aus dem Wasser gefiltert werden kann. Zusammen mit ihrem Team konnte sie nun nachweisen, dass die Effizienz eines herkömmlichen Filter-Verfahrens durch die Kombination von Kaktusfleisch gesteigert wird.

Ziel der Studie, welche kürzlich im Fachjournal Environmental Science & Technology erschien, war eine kostengünstiges, einfaches Verfahren der Wasseraufbereitung zu finden. In vielen Regionen weltweit ist Trinkwasser mit Arsen belastet. Das hochtoxische Halbmetall kommt zwar überall in geringen Konzentrationen vor, jedoch wird es angereichert durch die Nutzung bei Legierungen und als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Erzen. Es gelangt oft ins Grundwasser, aufgrund der Auswaschung arsenhaltiger Gesteine. Durch die Gewinnung von Trinkwasser gelangt es an die Oberfläche und verursacht bei Menschen Vergiftungen.

Mit der Anwendung von Eisensalz gibt es zwar bereits eine günstige Filtermethode, jedoch sie nicht so effizient. Meist wird noch eine zusätzliche Substanz benötigt, damit sich Eisen und Arsen verbinden und am Boden absetzen können. Meist werden für eine effizientere Filterung synthetische Substanzen verwendet. Das Kaktusfleisch besitzt dieselbe Fähigkeit. Die Herstellung ist aber umweltfreundlicher und günstiger. Ausserdem wurde in kürzester Zeit der Grossteil des Arsens aus dem Wasser gefiltert.

Ärmere Staaten können bestimmt von den neuen Erkenntnissen profitieren. Sie verfügen meist nicht über die nötigen Mittel das Wasser aufzubereiten. Jeder Mensch hat das Recht auf den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Daher ist die Entwicklung einer kostengünstigen und nachhaltigen Wasseraufbereitung ein zentrales Thema.

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