© Lisa Risager [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
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Fazit aus 25 Jahren Recycling: Vermeidung ist die beste Strategie

  • Mélanie Guillebeau
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Papier, Pet oder Pneu: Bereits seit 25 Jahren verwerten oder bereiten die Mitgliederverbände der Dachorganisation Swiss Recycling zahlreiche kostbare Ressourcen auf. Und wie ein Rückblick zeigt, lohnt sich Recycling für unsere Umwelt. Doch weit mehr auszahlen würde sich zukünftig eine Vermeidung von Abfällen – inklusive recycelbarer Stoffe.

Gut die Hälfte des Abfalls wird recycelt

Im letzten Vierteljahrhundert ist die Abfallmenge pro Schweizer und Jahr von 595 Kilogramm auf 710 Kilogramm angestiegen. So fällt bereits ein Viertel der jährlich 25 Tonnen produzierten Abfällen in den Haushalten an – in diesem Fall ist von Siedlungsabfällen die Rede. Umso besser also, dass in den letzten 25 Jahren nicht nur die Abfallmenge, sondern auch der Anteil an recycelten Gütern zugenommen hat: Die Recyclingsquote ist von 32 auf 55 Prozent angestiegen.

12 Millionen Ölfässer eingespart

Mithilfe von Recycling kann an verschiedensten Fronten eingespart werden: Der Verbrauch von Ressourcen und Energie sowie die Emission von Treibhausgasen können gemindert werden. Der Umweltnutzen von Recycling kann auch in Form von Umweltbelastungspunkten (UBP) ausgedrückt werden. Einfach gesagt, vergibt diese Bewertungsmethode „Strafpunkte“ für ein Produkt oder Produktionsabläufe, wenn diese in den Schweizer Umweltschutzzielen gesetzte Emissionen oder Ressourcenverbräuche überschreiten. Je mehr UPB einem Produkt zugeschrieben werden, desto grösser dementsprechend seine negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

Als Basis für die Herstellung von Styropor dient Erdöl. | © Carsten ten Brink [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Dank Recycling sparen wir in der Schweiz jährlich 12 Millionen Fässer gefüllt mit Öl ein. | © Carsten ten Brink [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Dank unserer Bemühungen Siedlungsabfälle zu recyceln, können wir jährlich 6’300 Milliarden UBPs einsparen – dies entspricht 12 Millionen Ölfässern. Vergleicht man diese Ergebnisse mit den Zahlen während der Anfänge des Recyclings im Jahr 1992, konnte der Umweltnutzen mehr als verdreifacht werden.

Bioabfall macht einen Drittel des Abfalls aus

Oberstes Ziel von Swiss Recycling wird sein, zukünftig den Umweltnutzen des Recyclings zu steigern. In seinem Leistungsbericht betont der Verband, dass dazu die Entkopplung der Siedlungsabfallmenge vom Bruttoinlandprodukt anzustreben wäre. Sprich: Trotz wachsender Wirtschaft sollen unsere Abfallberge nicht anschwellen. Gemäss der Recherchen von Swiss Recycling sollten hier die Lebensmittelabfälle ins Auge gefasst werden. Ein durchschnittlicher Abfallsack ist zu einem Drittel mit biogenen Abfällen wie Rüstabfällen oder Lebensmittelresten gefüllt. Einerseits könnten diese biogenen Abfälle rezykliert und somit die Recyclingquote angehoben werden; andererseits – insbesondere im Fall der Lebensmittelreste – von Beginn weg vermieden werden. So würden schon gar keine Ressourcen für deren Herstellung verschwendet werden.

Immer öfters landen nicht-abbaubare Plastiktüten im Kompost. | © Trevor Made [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die grosse Menge an Bioabfall, die mit dem Siedlungsabfall entsorgt werden, sollten zukünftig separat entsorgt und verwertet werden – oder noch besser ganz vermieden werden, wenn es sich zum Beispiel um überschüssige Lebensmittel handelt. | © Trevor Made [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Technisches Potenzial mehrheitlich ausgeschöpft

Das Potenzial einer Erhöhung der Recyclingquote fällt im Allgemeinen eher gering aus. Die Recyclingquote könnte maximal um sechs Prozent auf neu 60 Prozent erhöht werden. In diesem Fall würden alle nach momentanem Stand der Technik verwertbaren Stoffe im Recyclinghof statt in der Kehrichtverbrennungsanlage landen. Um die 60-Prozent-Schwelle überschreiten zu können, müsste man Ersatzstoffe für bisher nicht rezyklierbare Substanzen finden oder neue Verfahren für deren Recycling entwickeln. Die Frage ist aber, ob sich der dazu nötige Aufwand lohnen würde.

Vermeidung ist die beste Strategie

Das Résumé ist somit eindeutig: Möchten wir den Umweltnutzen des Recyclings weiter erhöhen, so lautet die beste Strategie Vermeidung von Abfällen in den Haushalten. Wenn wir unsere Abfallmenge in den nächsten 25 Jahren um 15 Prozent verringern – womit wir das Niveau von vor 25 Jahren erreichen würden -, könnte der Umweltnutzen um knapp ein Viertel angehoben werden.

Weitere Informationen finden Sie im vollständigen Leistungsbericht von Swiss Recycling. 

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