Fast die Hälfte der Heuschrecken steht auf der Roten Liste

  • Redaktion Naturschutz
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Von den gut 100 Heuschreckenarten der Schweiz sind 40 Rote-Liste-Arten. Dies zeigt die aktualisierte Liste der gefährdeten Heuschrecken der Schweiz. Besonders schlecht steht es um Arten, die in Auen, Mooren und Trockenwiesen leben.

Die aktualisierte Rote Liste der gefährdeten Heuschrecken der Schweiz des Bundesamts für Umwelt (BAFU) ersetzt jene von 1994. Von den 105 beurteilten Schweizer Arten sind 40 gefährdet und somit auf der Roten Liste. Von diesen 40 Arten sind 19 verletzlich, 8 sind stark gefährdet, 10 sind vom Aussterben bedroht und 3 sind in der Schweiz ausgestorben.
Vom Aussterben bedroht ist beispielsweise die Sägeschrecke, deren Vorkommen lediglich in zwei Gegenden der Schweiz bekannt ist: Im Rhonetal, zwischen Salvan und Isérables, sowie im Rheintal bei Chur. Neu als verletzlich eingestuft wurde die grosse Höckerschrecke (vgl. Bild), die in Trockenwiesen und -weiden vorkommt.
Am stärksten gefährdet sind diejenigen Arten, welche auf Kiesbänken in Auen oder in Flach- und Hochmooren leben. Etwas weniger gefährdet sind Arten der Trockenwiesen und -weiden. Ihre Lebensräume haben in den letzten 150 Jahren stark unter den Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten gelitten.
Die Gesellschaft sei gefordert, Lebensräume der Heuschrecken innerhalb der Kulturlandschaft zu erhalten, aufzuwerten und neue anzubieten, schreibt das BAFU. Massnahmen seien die Revitalisierung von Fliessgewässern und Mooren, die qualitative Verbesserung ökologischer Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft sowie die Schaffung von gestuften und lichten Übergängen zwischen Grasland und Waldrändern. Pionierbiotope, die unter dem Einfluss von Menschen entstehen, sollten aufrechterhalten, Trockenwiesen und -weiden extensiv genutzt werden. (sb)

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