Novartis

Falscher Ort für ein Ausbildungszentrum

  • Monika Jung
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NovartisDas geplante Ausbildungszentrum der Novartis in Risch soll in einer mehrfach geschützten Landschaft zu stehen kommen und steht deshalb im Widerspruch zu wichtigen Grundsätzen der Raumplanung und des Landschaftsschutzes. Die Zuger Sektionen von Pro Natura, WWF und Heimatschutz sowie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz äussern sich in einer Medienmitteilung negativ zur Einzonung und zum Bebauungsplan für das Ausbildungszentrum der Novartis.

Die Zuger Baudirektion hat das Ausbildungszentrum der Novartis am Aabach vergangene Woche als bewilligungsfähig eingestuft. Die Umweltorganisationen kommen nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Projekt zum gegenteiligen Schluss: Am Standort Aabach widerspricht das Ausbildungszentrum wichtigen Grundsätzen der Raumplanung und des Landschaftsschutzes, weshalb auch der entsprechende Bebauungsplan abgelehnt wird.

Als wichtigste Kritikpunkte nennen Pro Natura, WWF, Heimatschutz und die Stiftung Landschaftsschutz, dass der Standort im nationalen Landschaftsschutzgebiet Zugersee (BLN) liegt. In solchen Gebieten können nur neue Vorhaben gebaut werden, denen ebenfalls „nationale Bedeutung“ zukommt. Dies ist beim privaten Ausbildungszentrum der Novartis eindeutig nicht der Fall. Auch liegt das Gebiet Aabach in der Landwirtschafts-, in der Landschaftsschutz-, sowie teilweise in der Seeuferschutzzone, wo das landschaftlich wichtige Ufergebiet von einer Überbauung frei gehalten werden sollte.

Die Umweltorganisationen betonen, dass es im Zuger Richtplan genügend Standorte gibt, auf denen ein privates Ausbildungszentrum in der Grösse eines mittleren Seminarhotels ohne Beeinträchtigung des landschaftlich und ökologisch sensiblen Seeufers möglich ist und bedauern, dass die Zuger Behörden bei ihrer Beurteilung die wirtschaftlichen Interessen gegenüber einer geordneten und landschaftsschonenden Siedlungsentwicklung höher gewichtet haben. Da bereits zu viele Kultur- und Naturlandschaften verschwunden sind, werden sich die Umweltorganisationen für die Freihaltung des Zugerseeufers in Risch einsetzen.

Weitere Informationen

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Bild: Andrew/wikimedia

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