Cotton

Fairtrade-Label light

  • Nicole Wabersky
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In den 25 Jahren seit der Gründung von Fairtrade ist der Anteil von Produkten mit dem Fairtrade-Label weltweit von Jahr zu Jahr gestiegen. Doch es gibt weiterhin viel zu tun: Bei Kakao zum Beispiel beträgt der Marktanteil von Fairtrade heute weltweit erst 1,2 Prozent; in der Schweiz sind es 2,5 Prozent. Eine ähnliche Situation besteht bei den Fairtrade-Rohstoffen Zucker und Baumwolle. Gleichzeitig steigt das Bestreben zahlreicher Unternehmen auf Nachhaltigkeit zu setzen und dabei immer häufiger den Fokus auf die Rohstoffbeschaffung anstelle oder ergänzend zu einer Zertifizierung der Endprodukte zu legen.

Deshalb führte Max Havelaar dieses Jahr zusätzlich zum Produkte-Label das neue Modell „Fairtrade Sourcing Programs“ für die Rohstoffe Zucker, Kakao und Baumwolle ein. Laut Max Havelaar können sich so zum einen Unternehmen für einen Rohstoff für Fairtrade engagieren und zum anderen können sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kleinbauern in Entwicklungsländern verbessern, da sie durch bessere Marktchancen einen größeren Anteil ihres Ertrags zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen können. Die Produzenten-Standards für nachhaltigen Anbau und fairen Handel bleiben dabei unverändert und gelten sowohl für die Fairtrade Produkt-Zertifizierung als auch für die Fairtrade-Programme.

Das Programm-Label unterscheidet sich visuell deutlich vom bekannten Label für Produkte. Das Max Havelaar-Logo erscheint neu auf einem weissen, statt auf einem schwarzen Hintergrund mit Nennung des entsprechenden Rohstoffes. Nadja Lang von der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz): «Für die Konsumentinnen und Konsumenten ist es wichtig, die beiden Fairhandels-Modelle unterscheiden zu können und gleichzeitig zu wissen, dass es nur „ein Fairtrade“ mit den gleichen Anforderungen gibt.»

Auch wenn der Konsument mehr Möglichkeiten hat sich für faire Marktbedingungen der Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern einsetzen zu können, muss er damit rechnen, dass er ein Endprodukt erwirbt, welches das neue Fairtrade-Logo hat, aber nur einen geringen Anteil an diesem Rohstoff enthält. Zwar empfiehlt Max Havelaar den Firmen nur Rohstoffe mit einem hohen Anteil im Produkt zu verwenden, aber eine Regelung dafür gibt es nicht.

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Bild:  von KoS (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

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