Japanknoeterich_am_G#116F37

Extremereignisse fördern invasive Arten

  • Eliane Küpfer
  • -

Ein Aspekt globaler Umweltveränderungen ist, dass vielerorts Umweltschwankungen in Form erhöhter Niederschlagsschwan- kungen oder häufigerer Extremereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen zunehmen. Die ökologischen Auswirkungen solcher Schwankungen sind bisher aber kaum untersucht. Nach einer Medienmitteilung der Universität Bern haben Forschende des Instituts für Pflanzenwissenschaften in einer experimentellen Studie gezeigt, dass eine Zunahme von Umweltvariabilität die Invasion exotischer Pflanzen in einheimischen Lebensgemeinschaften verstärkt.

Die Einwanderung von exotischen Pflanzen und Tieren ist neben Klima- und Landnutzungsänderungen ein Hauptaspekt des globalen Wandels und eine der grössten Bedrohungen ein- heimischer Biodiversität. Die Berner Pflanzenwissenschaftler Oliver Bossdorf, Madalin Parepa und Markus Fischer zeigen nun, dass eine Zunahme der Umweltvariabilität die Ausbreitung invasiver exotischer Pflanzen stark begünstigt und somit drastischere ökologische Folgen haben könnte als bisher angenommen. Als Model diente der Japanknöterich, eine der weltweit problematischsten invasiven Pflanzenarten, die sich auch in Europa stark ausbreitet und grosse Probleme verursacht. Mit einem Experiment zeigten die Forscher, dass sich der Invasionserfolg des Japanknöterich in einheimischen Pflanzen- gemeinschaften vervielfacht, sobald die Nährstoffversorgung der Pflanzen nicht mehr konstant ist, sondern stark schwankt oder in Form einer einzelnen extremen Nährstoffzufuhr stattfindet.  „Der Japanknöterich ist scheinbar besonders gut darin, aus plötzlich veränderten Nährstoffbedingungen Kapital zu schlagen, und er ist den einheimischen Pflanzen darin überlegen “, sagt Madalin Parepa.

Starke Nährstoffschwankungen werden zum Beispiel durch Überschwemmungen an Flussufern erzeugt. Da die insgesamt eingesetzte Nährstoffmenge konstant gehalten und nur zeitlich variiert wurde, konnte gezeigt werden dass die beobachteten Effekte tatsächlich nur auf die veränderte Variabilität zurückzuführen sind. Allgemeine Computermodelle sagen voraus, dass die Klimavariabilität und extremen Umweltereignisse in Zukunft vielerorts weiter zunehmen werden. Vor diesem Hinter- grund gehen die Berner Forschenden davon aus, „dass dies die weitere Ausbreitung invasiver Pflanzen begünstigen und den durch den Menschen verursachten ökologischen Wandel stark beschleunigen wird “, so Bossdorf.

Bild: Bild: Madalin Parepa ©Universität  Bern

Weitere Informationen

Beitrag kommentieren