Tupperware_plastic_containers

Experiment Plastikverzicht

  • Sophie Ryser
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Plastik kann schädlich für die Umwelt und die Gesundheit sein. Als Abfall verunstaltet es die Landschaft und kann sogar dazu führen, dass Tiere, welche Plastik mit Nahrung verwechseln, daran sterben. Doch kann man heutzutage noch ohne Plastik leben? Nicht nur im Haushalt benutzen wir täglich etliche Produkte aus Plastik, auch unsere Nahrung ist häufig darin verpackt. Das Experiment „Leben ohne Plastik“ wurde inzwischen schon öfters durchgeführt. Bei einem dieser Experimente hat die Toxikologin und Expertin für Giftstoffe in Plastik Dr. Marike Kolossa vom Umweltbundesamt dieses begleitet und erstaunliche Resultate präsentiert.

Plastik beinhaltet diverse Chemikalien, zum Beispiel Weichmacher, welche nachweislich Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Über Lebensmittelverpackungen können Stoffe wie Phtalate, Bisphenol A oder Flammschutzmittel in unser Essen gelangen. Auch in sehr vielen anderen Gebrauchsgegenständen, mit welchen wir täglich Kontakt haben, sind solche Stoffe enthalten. „In Kunststoffen sind Stoffe, von denen wir wissen oder befürchten, dass sie die Fruchtbarkeit stören können, aber auch die Entwicklung. Das Verhalten und der Stoffwechsel können ebenfalls gestört werden und etwa Fettleibigkeit, Diabetes oder Allergien fördern,“ so die Toxikologin Dr. Marike Kolossa.

Aus diesem Grund wurde ein umfangreiches Experiment gestartet. Eine siebenköpfige Familie aus Hamburg lebte vier Wochen lang völlig ohne Plastik. Dabei wurden die Teilnehmenden vor und nach diesen vier Wochen auf bestimmte Schadstoffe im Körper hin untersucht. Das Haus der Familie leerte sich, denn neben Plastikbesteck, Schüsseln und Vorratsdosen aus Plastik, Gläsern mit Schraubverschluss und abgepackten Lebensmitteln mussten auch moderne Kommunikationsmittel ausziehen.

Die Ergebnisse des Verzichts sind aber erstaunlich. Bei einigen Familienmitgliedern konnte die Konzentration der Schadstoffe um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Drei Stoffe hatten einen so tiefen Wert erreicht, dass sie gar nicht mehr nachgewiesen werden konnten. Dr. Kolossa sagt dazu: „Ich bin vom Ergebnis begeistert, weil das ja auch eine Rechnung mit vielen Unbekannten ist“.

Doch wie führt man ein Leben ganz ohne Plastik? Diese Frage konnte auch die Familie am Ende des Experiments nicht wirklich beantworten. Denn ganz ohne scheint es heute nicht mehr zu gehen. Sie wollen aber auf jeden Fall bewusster mit Plastik umgehen und den Verbrauch reduzieren. Dabei lohnen sich schon kleine Veränderungen, zum Beispiel kann man beim Einkauf abgepackte Früchte und Gemüse liegenlassen und stattdessen solche aus dem Offenverkauf in selbstmitgebrachte Papier- oder Stofftüten abpacken. So kann mit kleinem Aufwand jeder etwas Gutes tun, für sich und die Umwelt!

Weitere Informationen und Video

Bild: OttawaAC [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

1 Kommentar

  • Michael

    was bedeutet das die Schadstoffe bei den Teilnehmern heruntergingen? Bezieht sich das auf die Blutwerte?

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