Exotische Tiere: dubiose Geschäfte

  • Barbara Darani
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fisch aquariumDer Handel mit exotischen Tieren – etwa Zierfischen oder Reptilien – floriert in der Schweiz, wie es im Beobachter heisst. Rund 90 Prozent der Tiere stammen aus dem Ausland, vor allem aus Südostasien und Osteuropa. Dabei ist deren genaue Herkunft oft nebulös. Der Schweizer Tierschutz (STS) schätzt, dass die Schweizer etwa sieben Millionen Fische in ihren Aquarien halten. Davon müssen jährlich etwa 3,5 Millionen Tiere ersetzt werden, da viele Fische nicht sehr langlebig sind oder sterben, weil die Besitzer sie falsch halten. Allein in der Schweiz gelangen so Jahr für Jahr mehrere Millionen Zierfische in den Verkauf.

Die meiste Kunden wissen nicht, woher die Tiere stammen und die Zoofachgeschäfte haben auch meist kein Interesse daran, dies klar zu kommunizieren. Hinter dem Handel mit Aquarienfischen stehen nämlich nicht etwa heimische Züchter, sondern mehrheitlich grosse industrielle Zuchtbetriebe im Ausland, schreibt der Beobachter weiter. In Singapur, Malaysia und Indonesien ist die Zierfischzucht ein wichtiger Produktionszweig. Die Zuchtbecken sind oft so gross wie Fussballfelder. Die Tiere überleben die langen Transporte oft nur dank dem Einsatz von Antibiotika und Beruhigungsmittel.

41 Tonnen Zierfische (ohne Wasser) wurden letztes Jahr legal eingeführt, im Jahr zuvor waren es sogar 76 Tonnen. Dabei spielt der Schweizer Markt nur eine kleine Rolle: laut Ornamental Fish International, dem Dachverband der Zierfischindustrie, werden jährlich 1,5 Milliarden Aquarienfische in alle Welt verschickt. Der wohl einzige Vorteil der boomenden Zuchtindustrie ist, dass immer weniger Fische in den Verkauf gelangen, die in der freien Natur eingefangen wurden. In grossem Rahmen gezüchtet werden heute vor allem Süsswasserfische, während bei den Salzwasserfischen die Wildfangquote noch immer sehr hoch ist und die Tierfänger oft starke Gifte einsetzen, um die Fische besser einsammeln zu können.

Weiter heisst es im Beobachter, dass die Herkunft vieler Haustiere nicht richtig deklariert wird: nur ein Teil der Zoogeschäfte gibt an, wenn die Tiere aus Wildfang stammen. Neben den Fischen bereiten den Tierschützern Amphibien und Reptilien Sorge, die ebenfalls oft wild gefangen und hierzulande verkauft werden. Die Folgen sind fatal: seltene Arten drohen auszusterben und mindestens die Hälfte dieser Tiere geht in Gefangenschaft ein.

Unseriöse Händler bieten ihre Ware besonders gerne an Tierbörsen und im Onlinehandel an. Es ist schwierig, sich genau über die Herkunft der Tiere zu informieren. Denn die Angaben der Verkäufer sind nicht überprüfbar.

Artikel Beobachter

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