© Rudolf Schäfer [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Evolution als Gehilfe von invasiven Arten

  • Kathrin Ruprecht
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Evolution ist nicht immer der langsame Prozess, als den wir ihn sehen. Neuste Erkenntnisse zeigen, dass schon wenige Generation für einen Evolutionsprozess reichen. Dies wurde bei der Kalkulation des invasiven Potentials von nicht einheimischen Organismen bisher nicht einbezogen.

Die gesteigerte Mobilität und der globale Handel haben dazu geführt, dass Tiere und Pflanzen willentlich oder unwillentlich über die ganze Welt transportiert werden. In der neuen Umgebung angekommen, kann es sein, dass sie sich rasch und unkontrolliert ausbreiten. Diese Arten profitieren dann von der fehlenden Konkurrenz in der neuen Umgebung. Die starke Ausbreitung führt zur Verdrängung einheimischer Arten und somit zur Minderung der Biodiversität. Dies kann starke Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben.

Um solche Invasionen zu verhindern, werden Methoden gesucht, die den Verlauf und die Gefahr einer Invasion voraussagen können. Die bisherigen Prognosen hatten sich oft als falsch herausgestellt – die Invasionen verliefen meist schneller als vorhergesagt. Nun ist klar geworden, dass die Evolution zu wenig berücksichtigt wurde. Die Ansicht, die Evolution sei ein langsamer Vorgang, muss überarbeitet werden. Es wurde bewiesen, dass schon wenige Generationen für einen Wandel reichen. Bei Pflanzen heisst das sie können sich in wenige Jahre, bei Einzeller sogar nur in einige Tage weiter entwickeln.

Das Team um Emanuel Fronhofer und Florian Altermatt von der Eawag konnten diese schnelle Evolution nachbilden und live mitverfolgen. Bei den untersuchten Populationen von Wimpertierchen (Einzeller) hat die Blitzevolution dazu geführt, dass die neuen Generationen immer schneller schwimmen konnten. Ähnliches wurde in Australien bei den Aga-Kröten festgestellt. Die neuen Resultate sollen helfen, die Vorhersagen der Ausbreitung nicht einheimischer Pflanzen und Tier zu verbessern.

Zur Studie von Emanuel Fronhofer und Florian Altermatt

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