Fischschwarm

Europas Fische in der Krise

  • Stefanie Pfefferli
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28% der Weltbestände der Fische sind überfischt. In Europa ist die Lage noch dramatischer, denn 80% der Fischbestände gelten als überfischt.

Die Regelung der europäischen Fischerei ist Sache der Europäischen Union.  Die Zielsetzung der EU ist: Die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, die Verkleinerung der Auswirkung der Fischerei auf die Ökosysteme und die Senkung der wettbewerbsfähigen Fischereiwirtschaft. Nach Ansicht des WWF funktionierte diese Politik die letzten 10 Jahre kaum, denn drei von vier untersuchten Fischbeständen sind überfischt. Zudem ist die Fischfangflotte in Europa  zwei-  dreimal  grösser, als sie für eine nachhaltige Fischerei zulässig wäre.

Momentan arbeitet die EU an der Reform ihrer Fischereipolitik. Die neuen Gesetze sollen 2013 in Kraft gesetzt werden und danach für die nächsten 10 Jahre gültig sein. Aus der Sicht des WWF sollte die EU die Chance nutzen, die Gesetze radikal erneuern und die vom WWF geforderten Schlüsselelemente einbauen, damit die Vision einer zukunftsfähigen europäischen Fischerei Realität werden kann.

Der WWF fordert die Schlüsselelemente:

– Klar formulierte Schutzziele: Beendigung der Überfischung, Verankerung von und Verpflichtung auf den höchstmöglichen Dauerertrag (MSY) bis 2015, Verhinderung von Rückwürfen sowie wirkungsvolle Massnahmen zum Abbau der Flottenkapazität. Alle Ziele brauchen einen klaren Termin;

– Langfristige Managementpläne, die diese Ziele auf regionaler Ebene und für einzelne Fischereien erreichen und von allen relevanten Interessenvertretern gestützt werden;

– Umweltverträglichkeits- und Kapazitätsanalysen in jedem Langzeit-Managementplan sowie Massnahmen und Strategien, um die Ziele zu erreichen;

– Fischereipolitische Entscheidungen der EU-Mitgliedstaaten berücksichtigen auch die anderen meerespolitischen Vorgaben wie die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL);

– Die Ziele und Grundsätze der GFP müssen für alle Fischereien innerhalb der EU gelten sowie für alle Fangschiffe, die unter EU-Flagge auserhalb europäischer Gewässer arbeiten. Transparenz und Kriterien der Entwicklungspolitik sind dabei als Leitprinzipien integriert;

– Spezifische Fischereiregelungen werden für Meeresschutzgebiete der Mitgliedstaaten geregelt. So werden Arten und Lebensräume vor negativen Auswirkungen der Fischerei geschützt und der gute Erhaltungszustand gewährleistet.

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