Euronatur zeichnet Altreu als Europäisches Storchendorf 2008 aus

  • Redaktion Naturschutz
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Der Weissstorch ist in Europa, trotz positiver Entwicklungen in einigen Regionen, immer noch eine Vogelart, die durch die rasante Veränderung in der Landbewirtschaftung bedroht ist. Umso wichtiger ist es, positive Ansätze im Storchenschutz zu stärken. Am 26. April 2008 zeichnete die Naturschutzstiftung Euronatur deshalb im Rahmen der Aktion „Europäische Storchendörfer“ Altreu in der Schweiz aus.
Vor etwa einem halben Jahrhundert war der Weissstorch in der Schweiz ausgestorben. Doch in dem kleinen Weiler in der Gemeinde Selzach SO findet sich heute der mit Abstand grösste Brutbestand des Landes. In der dort ansässigen Kolonie leben mit über 30 Paaren etwa 20 Prozent aller in der Schweiz brütenden Weissstörche. Euronatur zeichnet die Kolonie aus, denn der Ort Altreu hat Vorbildfunktion: Seit zehn Jahren wird das ursprünglich problematisch ausgerichtete Einbürgerungsprogramm konsequent umgebaut, seit sechs Jahren werden keine Störche mehr gefüttert und die Gehege sind mittlerweile abgebaut worden. Stattdessen steht heute der Lebensraumschutz m Zentrum des Interesses.
An der Aare laufen bereits seit 2006 Renaturierungsarbeiten wie etwa die Abflachung der Ufer bei Altreu. Mit der sogenannten „Witi“ wurde eine 1500 Hektar grosse Schutzzone eingerichtet, in der die Storchenpopulation auf Nahrungssuche gehen kann. Inmitten einer ansonsten intensiv bewirtschafteten Ackerlandschaft des Mittellandes werden so entlang der Aare vernässte Äcker erhalten. (sb)

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Euronatur
Schutzzone Witi
Storch Schweiz

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