Eurasian_Spoonbill/ Löffler

EuroNatur-Preis geht nach Kroatien

  • Stefanie Pfefferli
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„Durch den verabredeten Beitritt Kroatiens gewinnt die Europäische Union einzigartige Natur- und Kulturlandschaften hinzu, wie sie sonst in Mitteleuropa kaum noch zu finden sind“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der europaweit tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur. Dazu gehören auch die südöstlich von Zagreb gelegenen Save-Auen – das mit über 1.200 Quadratkilometern grösste Auengebiet Europas. Der Leiter des Naturparks Lonjsko Polje, Goran Gugic, erhält den EuroNatur-Preis 2011. „Mit dem Naturpark Lonjsko Polje in den Save-Auen hat Goran Gugic ein Vorbild geschaffen, wie sich wertvolle Kulturlandschaften in Europa wirksam schützen lassen“, begründet EuroNatur die Wahl des Preisträgers.

Der Fluss Save ist der wasserreichste Zufluss zur Donau. In den Ostalpen entsprungen, fliesst sie durch Slowenien, Kroatien, Bosnien und Serbien bis sie bei Belgrad in die Donau mündet. Die Save-Auen sind eines der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel in Kroatien. Auf dem Adria-Zugweg ziehen Kraniche, Moorenten und Wespenbussarde über den Naturpark. Bei Überschwemmung rasten über 20.000 Wasservögel in der Aue. Ansammlungen von 400 Löfflern oder Seidenreihern, Schwarz- und Weißstörchen, sowie zahlreiche Seeadler sind eine Reise wert.

Der Naturpark Lonjsko Poljemitten in den Save- Auen, den Goran Gugic seit 1998 leitet, gilt als eines der am besten geführten Naturschutzgebiete in Südosteuropa. Ein- bis zweimal pro Jahr strömt das Wasser ein und verwandelt das Lonjsko Polje in einen riesigen See. Seit dem Mittelalter gibt es hier eine ununterbrochene Weidetradition. Die Hutweiden funktionieren als Rückhaltebecken für die Überschwemmungen des Flusses Save und beherbergen eine aussergewöhnliche Artenvielfalt. In die Konzepte zum Schutz dieser einmaligen Kultur- und Naturlandschaft bindet Goran Gugic die Menschen im Naturpark Lonjsko Polje intensiv ein. Immer mehr Bewohner kehren daraufhin in die Dörfer an der Save zurück, denn attraktive naturtouristische Angebote locken eine steigende Anzahl von naturinteressierten Gästen an. Diese übernachten in den Dörfern und schaffen so neue Einkommensquellen in der Regio.

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Bild: Andreas Trepte (Wikimedia Commons) www.photo-natur.de

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