Fishing_Trawler

EU will Überfischung der Meere stoppen

  • Caroline Nienhuis
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Fishing_TrawlerAm vergangenen Mittwoch hat EU-Kommissarin Maria Damanaki eine radikale Reform der Fischereipolitik angekündigt. Um das Aussterben ganzer Fischbestände zu verhindern, soll bis spätestens 2013 der Fischfang eingeschränkt werden. Für jeden Fischbestand sollen mehrjährige Fangpläne vorgegeben werden. Die Quoten dafür werden auf wissenschaftlichen Grundlagen errechnet. Damanaki will jegliche politische Nachverhandlungen unter den EU Mitgliedstaaten verbieten. Ausserdem sollen den Mitgliedsländern mehr regionale und dezentrale Kompetenzen übergeben werden, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Die Kommissarin kann mit regen Widerstand gewisser Mitgliedstaaten rechnen. Fischfangländer wie Frankreich, Italien, Spanien und Portugal werden sich aufgrund ihrer starken Lobby in der fischverarbeitenden Industrie gegen Beschränkungen wehren. Denn in Europa sind zurzeit rund eine halbe Million Menschen in der Fischerei tätig. Zudem bleibt die Nachfrage nach Fisch europaweit auf einem hohen Niveau. Wie naturschutz.ch im August berichtete, ist auch hierzulande der Fischkonsum in den letzten drei Jahren um 25 Prozent gestiegen.

Seit Jahren fordert der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) Fangbeschränkungen. Gemäss ICES sind 90 Prozent der Bestände überfischt und Fische wie der Rote Thunfisch und der Rotbarsch sind sogar vom Aussterben bedroht.

Bericht Süddeutsche Zeitung

Europäische Kommission (Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei)

Internationale Rat für Meeresforschung ICES (Englisch)

1 Kommentar

  • Peer

    Warum wird erst so spät realisiert, dass die Überfischung ein wirklich dramatisches Problem für unsere Zukunft bedeutet. Ich verstehe das nicht. Wenn das so weitergeht, steuern wir zielgerichtet auf das unheilvolle Jahr 2012 zu :)

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