EU will alte Sorten verbieten

  • Eliane Küpfer
  • -

Die Europäische Kommission will am 6. Mai den Entwurf einer Verordnung zur Neuregelung des Saatgutrechtes vorlegen. Laut Save Our Seeds sind darin hohe Gebühren und für kleine Züchter unüberwindbare Zulassungsverfahren vorgesehen. Laut Greenpeace bestreitet die EU Kommission zwar, dass auch Kleingärtner künftig nur noch zugelassenes Saatgut verwenden dürfen, gibt aber zu, dass es in Zukunft verschärfte Regeln für den Umgang mit alten und seltenen Sorten geben soll. Gerade für den weiteren Vertrieb einer Vielzahl lokal angepasster, seltener und alter Sorten von Gemüse, Obst und Getreide könnte die Verordnung unüberwindbare bürokratische und finanzielle Hürden aufbauen, schreibt Save Our Seeds weiter. Zudem bedroht sie die Fortent- wicklung der Vielfalt auf dem Acker.

Schon heute sehen Rüebli und Tomaten in den Läden ziemlich einheitlich aus. Der freie Tausch von Saatgut und Pflanzengut könnte durch diese Verordnung weiter erschwert werden, industrielle Sorten würden noch alternativloser, auch im eigenen Garten. Profitieren würde eine immer kleiner werdende Zahl internationaler Saatgut-Unternehmen (Syngenta, Bayer, Monsanto, u.a.), die jetzt schon aggressiv den Markt dominieren und diktieren, was auf den Teller kommt.

Save Our Seeds fordert daher die Kommission auf, die Verordnung abzulehnen. Eine Verarmung in der EU betrifft auch die Schweiz, da wir bei Samen und Setzlingen von Importen abhängig sind, wie Naturschutz.ch berichtete. Zum anderen ist es abzusehen, dass die Saatgut-Unternehmen auch unseren Markt diktieren wollen. Eine solche Verordnung ist total überflüssig, alte Sorten sind eine Bereicherung und keine Gefahr!

Darum hier unterschreiben: Petition Saatgutverordnung!

Bild: Man Vyi [public domain], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Greenpeace – bedrohte Artenvielfalt

Hintergrund Saatgutrecht (PDF)

Arche Noah

Saatgutkampagne

Beitrag kommentieren