Bocicoel Rumänien Bergbauer

EU-Bergbauer – quo vadis?

  • Nora Kieselbach
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Ein Bündnis von Verbänden aus Landwirtschaft und Naturschutz fordert die EU auf, die Berglandwirtschaft in der künftigen EU-Agrarpolitik stärker zu fördern und gezielt zu unterstützen, wie die Stiftung EuroNatur in einer Pressemitteilung schreibt. Denn die Berglandwirtschaft ist das Rückgrat der Bergregionen: Mit der Pflege von extensiven Bergwiesen und -weiden erhalten die Bergbauern eine der wertvollsten und artenreichsten Kulturlandschaften. Die von der EU-Kommission vorgelegten Gesetzesvorschläge für die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013 werden den Erfordernissen der Berglandwirtschaft jedoch bei weitem nicht gerecht. In ihrem am 25. Mai veröffentlichten Positionspapier zeigt die von EuroNatur koordinierte „Allianz für Naturschutz und Landwirtschaft in den Alpen“ daher konkrete Verbesserungsvorschläge auf.

Die bisherige Verteilung der EU-Agrarsubventionen benachteiligt die Bergbauern deutlich: so erhalten Grünlandflächen in den meisten Mitgliedsstaaten nach wie vor weniger Direktzahlungen als Ackerflächen. Da die Fördergelder zudem rein nach Flächengrösse ausgezahlt werden, erhalten die grossen Betriebe auch die grössten Förderbeträge. Der zumeist sehr hohe Arbeitsaufwand der Bergbauernbetriebe wird hingegen bislang nicht honoriert. „Ein Zusammenspiel aus viel Arbeit, geringem Einkommen und steigenden Erzeugerpreisen führt dazu, dass gerade in den schwer zu bewirtschaftenden Hanglagen der Bergregionen immer mehr Betriebe auf der Strecke bleiben“, sagt Lutz Ribbe, naturschutzpolitischer Direktor der EuroNatur-Stiftung. Mit dieser Entwicklung gerät auch die hohe Biodiversität der alpinen Kulturlandschaft in Gefahr. Denn wo die Bergbauern die extensive Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden aufgeben, wachsen die wertvollen offenen Flächen rasch zu. Die verbleibenden Betriebe konzentrieren sich zunehmend auf die Flächen in den zugänglicheren Lagen und bewirtschaften diese zum Teil unter hohem Einsatz von Maschinen und Düngemitteln.

In einem Positionspapier fordern nun die Verbände eine Differenzierung des Fördersystems, so dass die künftige Agrarpolitik den Arbeitseinsatz der Landwirte viel stärker berücksichtigt. Zudem sollen die Mittel konsequent an Naturschutzziele gebunden und extensives Grünland als typisches Element der alpinen Kulturlandschaft erhalten und gefördert werden.

Weitere Informationen

Positionspapier „Alpine Vielfalt“
Stiftung EuroNatur

Bild: Joadl (Wikimedia Commons)

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