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Das Great Barrier Reef in Australien | © Troy Mayne

Es ist noch nicht zu spät für unsere Weltmeere!

  • Judith Schärer
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Während der letzten 40 Jahre hat die Menschheit die Weltmeere durch Übernutzung, Misswirtschaft und Klimaerwärmung unter massiven Druck gesetzt. Viele der Bedrohungen wären allerdings vermeidbar: Es ist noch nicht zu spät für einen Kurswechsel.

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© WWF International

Die Bestände der für die Ernährung der Menschheit wichtigen Fische haben weltweit dramatisch abgenommen, einige stehen bereits kurz vor dem Kollaps. Das zeigt der neu vom WWF publizierte „Living Blue Planet Report“, der in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft London entstand. In den letzten vier Dekaden hat der Mensch es geschafft, den Reichtum der Ozeane zu plündern. Zwischen 1970 und 2012 sind die Fischbestände weltweit um die Hälfte eingebrochen, die Artengruppe der Makrelen, Thunfische und Bonito haben insgesamt gar um 74 Prozent abgenommen.

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Verarbeitung von Gelbflossenthunfisch auf Indonesien | © Juergen Freund

Über 25 Prozent aller Meerestiere lebt in Korallenriffen, doch die Hälfte der Riffe wurde bereits zerstört. Das hat ökonomische Konsequenzen, denn 80 Prozent des weltweiten Tourismus findet in Meeresnähe statt. Geschützt sind heute aber gerade einmal 3,4 Prozent der Meeresflächen, wie der WWF erklärt.

«Innerhalb einer Generation hat die Menschheit die Meere aus dem Gleichgewicht gebracht.  Fische werden schneller aus den Meeren geholt, als sie sich reproduzieren können, und gleichzeitig werden ihre Laichgründe vernichtet»

Alice Eymard-Duvernay, Projektleiterin Meere und Küsten beim WWF Schweiz

Lichtblick: Es ist noch nicht zu spät!

Für einen effektiven Meeresschutz listet der Report zahlreiche Massnahmen und positive Beispiele auf. So wurden beispielsweise im Jahr 2010 vor der Küste Mosambiks (um die Inseln Primeiras und Segundas) zusammen mit der lokalen Bevölkerung zwei Zonen definiert, in denen das Fischen verboten wurde. Vier Jahre später hatte sich die Biomasse an Fisch um das Drei- bis Vierfache erhöht. Davon profitiert die lokale Fischerei, denn nicht alle Fische bleiben im Schutzgebiet sondern schwimmen in Gebiete, in denen sie gefischt werden können.

Es ist noch nicht zu spät, die Probleme anzugehen und das Leben im Meer für zukünftige Generationen sicherzustellen. «Es braucht aber dringend umfassende Veränderungen», sagt Eymard-Duvernay. «Dazu zählt die Aufnahme des Meeresschutzes in die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, welche Ende September beschlossen werden. Aber auch das Ergreifen globaler Massnahmen gegen den Klimawandel und die Verpflichtung zu einem  verstärkten Schutz von Küsten- und Meeresgebieten.»

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