© Paranoid Black Jack [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Erstmals Bartgeier in der Zentralschweiz ausgewildert

  • Kathrin Ruprecht
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Zum ersten Mal wurden drei junge Bartgeier in der Zentralschweiz ausgewildert. Wildhüter brachten die drei Monate alten Jungtiere in Transportboxen in ihren neuen Lebensraum – die Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden.

Am 31.Mai 2015 wurden die Vögel zu einer Nische im eidgenössischen Wildschutzgebiet Huetstock gebracht. Hier werden sie noch drei bis vier Wochen lang gefüttert, bis sie flügge sind. Etwa drei bis vier Monate später sind sie dann soweit selbstständig, dass sie sich selbst überlassen werden können.

Die drei jungen Bartgeier stammen von unterschiedlichen Zuchtzentren. Das Weibchen, Sempach II, stammt sogar aus der katalanischen Zuchtstation Vallcallent. Unterschiedlicher genetischer Hintergrund ist bei einer kleinen Population, wie hier bei der Auswilderung, besonders wichtig. Dazu trägt vor allem Sempach II’s Grossmutter bei, die von griechischer Abstammung ist.

Das zweite Weibchen ist das im Februar im Natur- und Tierpark Goldau geschlüpfte Küken, der Eltern Mascha und Hans. Dieses war schon nach drei Monaten so gross, dass die Eltern es nicht mehr wärmen mussten und nur noch Nahrung an Nest brachten. Momentan hat der junge Bartgeier noch keinen Namen und trägt die Nummer 838, als 838-sigster Bartgeier des internationalen Bartgeierprojektes.

Die dritte im Bunde ist ein Weibchen, mit dem Namen Trudi. Geschlüpft ist sie in der österreichischen Eulen-und Greifvogel-Station Haringsee, aus dem zweiten Ei ihrer Bartgeiereltern. Da Bartgeier pro Saison nur ein Junges aufziehen, wurde sie fremd platziert. Ihre Adoptiveltern, ein erfahrenes Bartgeierpaar,hat sie erfolgreich aufgezogen – nach drei Monaten war sie schon fast so schwer wie ein adulter Bartgeier. Auch sie bringt neues Blut in die Bartgeier-Population, da sie als erstes Jungtier dieses Elternpaares ausgewildert wird.

Mehr Informationen zum Bartgeier-Auswilderungs Projekt finden Sie hier.

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