© U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Erste Verurteilung eines Greifvogel-Vergifters

  • Amanda Buol
  • 4

Erstmals wurde in der Schweiz ein Taubenzüchter wegen vorsätzlicher Vergiftung und Tötung eines Greifvogels verurteilt. Als Köder setzte er eine sogenannte „Kamikaze-Taube“ ein. BirdLife Schweiz erhofft sich vom Urteil eine Signalwirkung. 

Das Vergiften von Greifvögeln ist eine Straftat, die mit Gefängnis und Busse bestraft wird. Dies ist dem Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf zu entnehmen, welches einen angeklagten Taubenzüchter zu 11 Monaten bedingt und 4’000 Franken Busse verurteilt hat. Der Verurteilte hatte im letzten Herbst einen Habicht mit einer mit Gift bestrichenen Taube getötet (naturschutz.ch berichtete). Zum Schutz seiner hochgezüchteten Tauben wollte er die Zahl der Greifvögel, wie Habicht und Wanderfalke, dezimieren.

BirdLife Schweiz zeigt sich erfreut, dass endlich ein Fall von Greifvogelvergiftung vor Gericht geahndet wird. Denn es handle sich nicht um einen Einzelfall. Der berühmteste Fall ist der eines vergifteten Wanderfalken, der eine präparierten Taube vor laufender Webcam in der Stadt Zürich verzehrte und qualvoll verendete. Allein in den letzten anderthalb Jahren sind neben dem vor Gericht verhandelten Fall drei weitere Vergiftungsfälle bekannt geworden. „Die Dunkelziffer dürfte aber gross sein“, sagt Werner Müller, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. „Denn es ist sehr schwierig, vergiftete Greifvögel in der Natur zu finden. Dass der vergiftete Habicht in der unmittelbaren Umgebung des Taubenzüchters starb, war ein Spezialfall.“

Mit dem Gerichtsurteil erhofft BirdLife Schweiz eine Signalwirkung. Den Taubenzüchtern muss klar werden, dass das Vergiften von Greifvögeln nicht toleriert werde und illegal ist. BirdLife verfolge die Situation in vielen Gegenden der Schweiz und schrecke nicht davor zurück, neue Vergiftungsfälle vor Gericht zu bringen. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung von Tätern führen, kann sie Belohnungen von bis zu 10’000 Franken aussetzen.

4 Kommentare

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  • Sonja Portenier

    Bravo und DANKE an alle Beteiligten!

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  • Künzli

    Ein riesengrosses BRAVO !!!!
    Dieses Urteil könnten wir auch hier in Spanien brauchen.

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  • Schweingruber

    Endlich ist, dank unserer Justiz, erstmals ein sogenannter Hochfliegertauben-Züchter verurteilt worden. Ein Mensch, dem für seine Wettbewerbe alles recht ist wie der Missbrauch, das Vergiften und Töten von Tieren. Ja sogar, dass unsere Umwelt und Artenvielfalt beeinträchtigt wird!
    Es freut mich sehr, dass BirdLife neue Vergiftungsfälle vor Gericht bringen wird.

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