Wird die Schweiz ihr Kyoto-Ziel verpassen?

  • Monika Jung
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klima2Die Schweiz hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoss im Zeitraum 2008 bis 2012 um 8 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu vermindern. Die neuesten Emissionsperspektiven des Bundesamtes für Umwelt BAFU zeigen, dass mit einem höheren Ausstoss zu rechnen ist als bisher angenommen wurde und dass die Schweiz Mühe haben wird, das Kyoto-Ziel zu erreichen.

Das BAFU erstellt jährlich eine Emissionsperspektive um abzuschätzen, ob die Ziele von Kyoto-Protokoll und CO2-Gesetz eingehalten werden. Die Prognosen vor einem Jahr gingen – angesichts düsterer Wirtschaftsprognosen – von einem deutlichen Rückgang der Emissionen aus. Gemäss den aktuellsten Perspektiven muss der Ausstoss der Jahre 2010 bis 2012 nach oben korrigiert werden. Über die gesamte Periode resultieren Emissionen, die pro Jahr um 0.8 Millionen Tonnen über dem Kyoto-Ziel von 48.6 Millionen Tonnen liegen. Dabei sind der Kauf von Emissionszertifikaten durch die Stiftung Klimarappen und die Senkenleistung des Schweizer Waldes miteingerechnet.

Als voraussichtlich einziges Land ausser Kanada würde die Schweiz ihre Verpflichtungen nicht einhalten, schreibt der WWF Schweiz. Das ist ein verheerendes Zeichen im Hinblick auf die Uno-Klimakonferenz in Cancun von Ende Monat. „Doch die Schweiz kann es noch schaffen“, sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klimapolitik beim WWF Schweiz. „Dafür muss der Bundesrat umgehend die CO2-Abgabe auf Treibstoffe und eine Erhöhung der CO2-Abgabe auf Brennstoffe ins Parlament bringen, wie dies das CO2-Gesetz ohnehin verlangt.“

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