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Erneut Abschuss eines Wolfes angeordnet

  • Judith Schärer
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Staatsrat Jacques Melly ordnet den Abschuss eines Wolfes an. Das Tier hat im Wallis zwischen dem 19. Juni und dem 8. August insgesamt 38 Schafe auf den dortigen Alpen angegriffen. Die Herden waren nur dürftig geschützt.

Wie bereits vor kurzem im Kanton Uri (siehe Artikel vom 23. Juni 2015) wurde nun auch im Wallis ein Wolf zum Abschuss freigegeben. Damit eine Abschussbewilligung für einen Wolf erteilt werden kann, müssen mindestens 25 Schafe innerhalb eines Monats oder 35 Schafe innert der Frist von 4 Monaten angegriffen und getötet werden. Für den Wolf, der im Vallon de Rechy und im Val d’Anniviers zwischen Juni und August 38 Schafe getötet hat, ist diese Voraussetzung erfüllt, wie der Kanton Wallis mitteilt. Jacques Melly, Chef des Departements für Verkehr, Bau und Umwelt hat deshalb eine Abschussbewilligung erteilt. Diese stützt sich gemäss der Kantonsmitteilung auf die Bestimmungen der eidgenössischen Jagdgesetzgebung. Der Kanton bereitet sich nun auf deren Umsetzung vor, der Entscheid kann jedoch noch angefochten werden.

Mangelhafter Herdenschutz

Im betreffenden Gebiet wurde der Herdenschutz gar nicht oder nur dürftig umgesetzt. Nach den ersten Angriffen wurden zwar kurzfristige Massnahmen ergriffen, diese vermochten jedoch den Wolf nicht abzuschrecken.

Der WWF Schweiz verurteilt den Entscheid scharf, denn man ist überzeugt, dass ein Abschuss das Problem nur vertagt.

„Dass auch zwanzig Jahre nach der natürlichen Rückkehr des Wolfes noch so viele Herden ungeschützt sind, ist traurig. Doch es ist längst klar: Es braucht einen flächendeckend umgesetzten Herdenschutz – im Wallis, aber nicht nur dort.“

Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtier-Experte beim WWF Schweiz

Der WWF wird nun die Faktenlage genau prüfen und gegebenenfalls Beschwerde erheben.

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