Kleinwasserkraft2

Erneuerbare Energie im Einklang mit der Natur

  • Dominique Haiden
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Kleinwasserkraft2Die Revision der Energieverordnung nimmt dringend notwendige Anpassungen vor für Anlagen zur Gewinnung von erneuerbarer Energie. Für neue Wasserkraft- und Windkraftanlagen, welche von Fördergeldern der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) profitieren wollen, werden zukünftig Abklärungen hinsichtlich der Standorteignung getroffen werden müssen. Pro Natura begrüsst diese Neuerung sehr. Allerdings ist sie in der vorliegenden Form als „Empfehlung“ zu schwach, um sicherzustellen, dass Gebiete mit hohen Natur- und Landschaftswerten vor solchen Bauten bewahrt werden: Wo eine Anlage für erneuerbare Energie gebaut werden darf und wo nicht, muss verbindlicher geregelt sein.

„Je unmissverständlicher die Gesetzesgrundlagen, desto höher ist auch die Planungs- und Rechtssicherheit bei den Initianten von solchen Projekten, desto rascher und unkomplizierter kann auch der Zubau von neuer erneuerbarer Energie an den richtigen Standorten verlaufen“, ist Michael Casanova, Projektleiter Gewässerschutzpolitik von Pro Natura, überzeugt.

Dringend in die Verordnung gehören grundsätzliche Ausschlusskriterien für Kraftwerksstandorte: In Landschaften von nationaler Bedeutung und inventarisierten Schutzgebieten von nationaler Bedeutung wie Moorlandschaften, Auen-Gebieten oder Nationalpärken sollen auch künftig keine Industriebauten zur Stromgewinnung gebaut werden dürfen. „Es gibt ausserhalb von schützenswerten Gebieten genügend Standorte für den weiteren Ausbau erneuerbarer und ökologischer Stromgewinnung. Die Förderung und der Ausbau der Erneuerbaren kann sehr wohl im Einklang mit dem Naturschutz erfolgen“, erklärt Michael Casanova von Pro Natura.

Mit der Revision der Gewässerschutzverordnung sollen die letzten noch natürlichen und naturnahen Fliessstrecken der Schweiz vor dem Ausbau der Wasserkraftnutzung geschützt werden. „Wir nutzen heute bereits 95% der möglichen Wasserkraft in der Schweiz. Es ist nicht sinnvoll, die letzten natürlichen Fliessgewässerstrecken zu opfern, nur um verhältnismässig wenig zusätzlichen Strom zu produzieren“, erläutert Michael Casanova. Es gibt genügend Standorte an ökologisch weniger wertvollen Abschnitten, um die Wasserkraftnutzung in der Schweiz zu optimieren. Ein grosses Potenzial steckt im Übrigen in der Sanierung und Optimierung des bestehenden Anlagenparks.

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Pro Natura

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