AKW Gösgen

Erhebliche Mängel an Schweizer AKWs

  • Dominique Haiden
  • -

AKW GösgenDie erste Überprüfung der Schweizer Kernkraftwerke aufgrund der Erkenntnisse aus Fukushima hat erhebliche Schwachstellen im Bereich der Lagerung der Brennelemente zu Tage gefördert. Trotzdem behauptet die ENSI, dass keines der Schweizer AKW eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung darstellt! Darum soll auch keines der Schweizer Kernkraftwerke kurzfristig ausser Betrieb genommen werden. Die Kraftwerke müssen aber bis 31. August darlegen, wie sie die Mängel beheben werden.

Beim AKW Beznau sowie beim AKW Mühleberg ist die Brennelementbeckenkühlung nicht genügend vor Erdbeben und Überflutung geschützt, auch die Notfallmassnahmen zur Wiederherstellung der Kühlung nach Erdbeben oder Überflutung sind unvollständig. Auch die anderen Schweizer AKW weisen erhebliche Mängel auf. Im Gösgen sowie in Leibstadt wird die Temperatur des Brennelementlagerbeckens nicht im Notstandleitstand angezeigt.

Trotz dieser Schwachstellen will die ENSI keines der Kernkraftwerke ausser Betrieb nehmen und setzt lediglich Fristen für Verbesserungsmassnahmen. Für die Grünen reicht dies bei weitem nicht, sie verlangen, dass die Hochrisiko-AKW Mühleberg sowie Beznau I und II unverzüglich abgestellt werden. Bei einem Erbeben oder einer Überflutung wäre die Wiederherstellung der Kühlung bei diesen AKW nicht gewährleitstet. Eine Katastrophe wie in Fukushima könnte sich in der Schweiz wiederholen. Offen bleiben auch Fragen zur Gefahr austretenden Wasserstoffs sowie den Rissen am Reaktor des AKWs Mühleberg, welche nur ungenügend mit Zuganker zusammengehalten werden, wie das Öko-Institut in Darmstadt aufgezeigt hat.

Für die Grünen ist das Vorgehen des ENSIs deshalb inakzeptabel und eine grundlegende Reform des Aufsichtssystems bei Nuklearanlagen zwingend. Dabei ist zu gewährleisten, dass die Aufsicht und die Beaufsichtigten unabhängig voneinander sind und die Vertretung von atom-kritischen Positionen in den entsprechenden Gremien deutlich verbessert wird. Ohne diese Massnahmen kann der Aufsicht kein Vertrauen entgegengebracht werden.

Die Grüne Partei der Schweiz (Medienmitteilung)

Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI (weitere Informationen)

Bild: Aare-Tessin AG für Elektrizität (Wikimedia Commons)

Beitrag kommentieren