STS-Reptilienlederkampagne: Erfolgreicher Start

  • Dominique Haiden
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Galuchat_2.Im vergangenen Februar hat der Schweizer Tierschutz STS sämtliche Mitglieder des Verbands der Schweizer Uhrenindustrie angeschrieben und auf die Problematik exotischer Lederarmbänder aufmerksam gemacht. Den Schreiben beigelegt war eine Verzichtserklärung, mit der sich verantwortungsbewusste Uhrenfirmen von der Verwendung von Waran-, Python- und Haileder distanzieren konnten. Bisher haben bereits 27 Firmen – unter ihnen die Swatch Group mit so bekannten Marken wie u.a. Swatch, Omega, Longines oder Breguet – die Verzichtserklärung unterschrieben.

In Südostasien werden, wie naturschutz.ch bereits berichtete, wildlebende Warane und Netzpythons gefangen, weil ihre Häute in der Luxusindustrie für die Herstellung von Uhrenarmbändern, Taschen und Schuhen Verwendung finden. Die bejagten Arten sind längerfristig in ihrem Bestand bedroht, dürfen derzeit aber unter strenger internationaler Kontrolle trotzdem gehandelt werden. Aber auch Leder von Haien und Rochen (sog. Galuchat), die vom Aussterben bedroht, aber derzeit noch nicht geschützt sind, sind in der Luxusindustrie gefragt. Doch ob geschützte Art oder nicht: Sämtliche gefangenen Tiere erleiden in diesen Ländern, wo Tierschutzgesetze unbekannt sind, schreckliche Qualen.

Die Schweiz gehört zusammen mit China, Singapur und Saudiarabien zu den bedeutendsten Abnehmern von exotischen Ledern aus Südostasien, was hauptsächlich auf die hier ansässige Uhrenindustrie zurückzuführen ist. Hai, Python oder Waran gelten als exklusive Leder und kosten dementsprechend.

Der Schweizer Tierschutz STS forderte die Mitglieder des Verbands der Schweizer Uhrenindustrie auf, seine Verzichtserklärung zu unterschreiben und somit auch innerhalb der Branche ein klares Zeichen gegen die Verwendung von Ledern bedrohter Arten und gequälter Tiere zu setzen. Bisher haben bereits 27 Firmen – unter ihnen die Swatch Group – die Verzichtserklärung unterschrieben. Die Liste der verantwortungsvollen Firmen ist einsehbar auf www.tierschutz.com. Damit hat ein bedeutender Teil der Schweizer Uhrenindustrie ein Herz für Tiere bewiesen.

Der Schweizer Tierschutz STS wird das Projekt bis zum Sommer 2011 weiterführen und versuchen, in dieser Zeit möglichst viele weitere Firmen für einen Verzicht zu gewinnen. Danach wird er  erneut eine  Liste der Geschäfte, die auf entsprechendes Reptilienleder verzichten, publizieren, aber auch jene Firmen öffentlich nennen, die sich vor der Verantwortung gegenüber dem Wohl der Tiere drücken.

Weitere Informationen (Schweizer Tierschutz STS)

2 Kommentare

  • Bianca

    Bei lebendigem Leib wird ihnen die Haut abgezogen, ihre Körper werden mit Wasser voll gepumpt und sie vegetieren in Müllsäcken tagelang vor sich hin: Hunderttausende Reptilien erleiden jährlich Höllenqualen, damit ihre Haut – weiterverarbeitet zu Schuhen oder Handtaschen – in teuren Modeboutiquen verkauft werden kann.

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  • Antonietta

    Video-Aufnahmen aus Indonesien zeigen, wie Warane aus der Wildnis gefangen und ihnen die Beine auf den Rücken gebunden werden. So verschnürt stopft man sie in Plastikbeutel und transportiert sie zum Schlachthaus. Wie mit den noch lebenden Tieren umgegangen wird, zeigt: Sie werden nicht als Lebewesen, sondern nur als Rohstoff betrachtet. Auch Schlangen müssen unnötig leiden: Die Pythons werden aufgehängt und mit Wasser gefüllt, damit sich ihre Haut besser abziehen lässt. Reptilien halten viel aus – viele Tiere bewegen sich trotz all dem, was ihnen angetan wurde, immer noch. Viele der Schlangen und Warane werden lebend gehäutet – wer solches Leder kauft, unterstützt diese Grausamkeit.

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