© Natur- und Tierpark Goldau
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Erfolgreiche Brutsaison für die Waldrappen des Natur- und Tierparks Goldau

  • Kathrin Ruprecht
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Die Waldrapp-Brutsaison 2015 ist die bisher erfolgreichste: Acht Junge ziehen die Goldauer Waldrappe vor laufender Kamera gross. Auch Shorty, die berühmteste Waldrappdame, vor wenigen Monaten von der frostigen Winterkälte in der Schweiz stark angeschlagen, zieht nach der erfolgreichen Pflege in der Auffangstation des Tierparks ihr erstes Küken in Burghausen, Deutschland, auf.

Im Natur- und Tierpark Goldau ist mit sechs Nestern und acht Jungtieren ein Rekord zu verzeichnen. In der Felsnische der Brutwand herrscht Hochbetrieb. Ein Kommen und Gehen, Begrüssen und Vertreiben fremder Voyeure, Flicken des Nests, Gefiederpflege und ein pausenloses Umsorgen der bettelnden Küken – die Geschäftigkeit nimmt es durchaus mit einem städtischen Marktplatz auf. Der älteste Jungwaldrapp stolziert bereits in der ganzen Nische umher und besucht seine Nachbarküken, was aber von den anderen Eltern gar nicht gerne gesehen und mit energischer Zurechtweisung beantwortet wird, schreibt der Natur- und Tierpark Goldau.

© Natur- und Tierpark Goldau
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Anfangs Februar wurde die Waldrappdame Shorty im Aargau bei Jonen eingefangen und in den Natur- und Tierpark Goldau gebracht. Sie war untergewichtig und hatte an beiden Flügeln eine kältebedingte Gewebeveränderung. Mitte März wurde Shorty durch eine Mitarbeiterin des Waldrappteams im Natur- und Tierpark Goldau abgeholt und zurück nach Deutschland zu ihren Artgenossen gebracht. Gross ist die Freude, dass nun auch diese Waldrappdame einen Partner gefunden hat und ein erstes Junges aufzieht.

Die Zuchterfolge dieser fast ausgestorbenen Vogelart stützen und sichern das europäische Erhaltungszuchtprogramm und das internationale Wiederansiedlungsprojekt des Waldrappteams. Nur so ist es möglich, eine in der Natur durch den Menschen ausgerottete Vogelart wieder erfolgreich einzuführen.

Internationales Waldrapp-Projekt

Johannes Fritz hat im Jahr 2002 das Waldrappteam gegründet mit dem Ziel, dass der Waldrapp in Europa wieder heimisch wird. Zur Migration fliegt der Vogel jeweils im Winter in den Süden und im Sommer wieder in den Norden. Die Flugroute hat die Ibisart jedoch nicht mehr in den Genen, darum muss der Mensch behilflich sein. Johannes Fritz ist als General Project Manager Leiter des LIFE + Projekts «Reason for Hope» für das Projekt verantwortlich.

Mehr Informationen zum Projekt unter www.waldrapp.eu.

Die Livebilder auf der Homepage der «Schweizer Familie» ermöglichen erstmals, die Aufzucht und das Familienleben dieser hochbedrohten Vögel in Echtzeit zu verfolgen, http://www.schweizerfamilie.ch/slowtv/waldrapp.html

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