© Patrik Tschudin [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Erfolge und Herausforderungen im Umweltbericht 2015

  • Roman Vonwil
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Erfolge bei der Bekämpfung von Schadstoffen in der Luft und im Wasser, grosse Herausforderung in der Klimapolitik, bei der Erhaltung der Biodiversität und bei der Beanspruchung natürlicher Ressourcen – auch im Ausland: So lautet die durchzogene Bilanz des Berichts «Umwelt Schweiz 2015», den der Bundesrat gestern verabschiedet hat.

Der Bericht «Umwelt Schweiz 2015», der am 29. Januar 2015 vom Bundesrat veröffentlicht wurde, gibt einen Überblick über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt in unserem Land. Er zieht Bilanz aus den vom Bund ergriffenen Massnahmen, vergleicht die Fortschritte der Schweiz mit denen ihrer Nachbarländer und fasst die Umweltperspektiven für das Jahr 2030 zusammen.

Der Zustand der Umwelt in der Schweiz hat sich dank der Massnahmen der letzten Jahrzehnte und der Investitionen im Umweltbereich von rund 2 Milliarden Franken netto pro Jahr allein im öffentlichen Sektor in mehrfacher Hinsicht verbessert. So hat die Schadstoffbelastung in verschiedenen Bereichen abgenommen, und die Luft ist in der Schweiz deutlich sauberer geworden. Allerdings liegt die Belastung mit Feinstaub, Ozon und Stickoxiden weiterhin über den gesetzlichen Immissionsgrenzwerten. Die Gewässerqualität ist generell gut. Dank umweltpolitischer Massnahmen und technischer Fortschritte werden Energie und Rohstoffe von der Schweizer Wirtschaft immer effizienter genutzt. Die Produktion von Gütern und Dienstleistungen wächst schneller als der direkte Energieverbrauch der Unternehmen.

Trotz der erzielten Fortschritte sind die natürlichen Ressourcen in der Schweiz nach wie vor unter Druck. Grund dafür sind die Wirtschaftsmuster und das Konsumwachstum in den vergangenen 20 Jahren. Das Siedlungswachstum und die Intensivierung der Landwirtschaft führen zu zunehmender Versiegelung der Böden und treiben die Zersiedelung und die Landschaftszerschneidung voran. Der Anteil der gefährdeten Arten ist hoch, und jede_r fünfte Einwohner_in der Schweiz ist während des Tages übermässigem Lärm ausgesetzt.

Über den Import trägt die Schweiz zunehmend zur Übernutzung der weltweiten natürlichen Ressourcen bei. Mehr als die Hälfte der Umweltauswirkungen, die durch den Konsum der Schweizer Bevölkerung bedingt sind, fällt im Ausland an, vorab in Schwellen- und Entwicklungsländern. Wie die NZZ schreibt, übernutzen Schweizer_innen mit ihrer Konsum- und Lebensweise nicht nur die eigenen natürlichen Ressourcen, sondern vor allem auch diejenigen anderer Länder. Sie verweist auf den im Umweltbericht genannten Umstand, dass im Jahr 2012 für Herstellung und Transport von Gütern in die Schweiz im Ausland 3,3-mal mehr Ressourcen verbraucht wurden, als in den Importen selber enthalten sind.

Zur Bewältigung der Herausforderungen im Umweltbereich, in im Umweltbericht herausgearbeitet sind, hat der Bundesrat drei Schwerpunkte definiert: den Klimaschutz, die Erhaltung der Biodiversität und die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Der Bundesrat will ferner zusammen mit den Kantonen dem Vollzug der geltenden Gesetzgebung mehr Beachtung schenken und den Dialog mit der Bevölkerung über den Wert der Umwelt verstärken.

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