US-WA-Olympia-PortOfOlympia-StarHarmonia-FrackingSupplies-2013.02.18

Erdgas aus der Schweiz?

  • Eliane Küpfer
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In mehreren Alpenländern wird die Gewinnung von Schiefergas aus unkonventionelle Lagerstätten im Gestein, auch Fracking genannt, heftig diskutiert. Dabei wird laut alpMedia ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter Druck in ein Bohrloch gepresst. Risse im Gestein entstehen und Schiefergas kann gefördert werden. Umwelt- und Klimaschützer stehen den Projekten jedoch mit grossen Bedenken gegenüber, denn Fracking könnte nicht nur Erdbeben auslösen. Es besteht auch die Gefahr der Verschmutzung des Grund- wassers, von Methanlecks und eine Verschlechterung der Klimabilanz.

In Frankreich ist das Fracking verboten, jedoch wurden im vergan- genen Jahr dennoch 61 Bewilligungen für Probebohrungen nach Schiefergas vergeben. Auch in der Ostschweiz soll an drei Orten gebohrt werden. Die Aktiengesellschaft für schweizerisches Erdöl will dazu bis Ende des Jahres die Genehmigungen einholen. Gesetzlich geregelt ist die Fördermethode in den Kantonen noch nicht. Auch in Deutschland hätte über eine bundesweite Regelung werden sollen. Dies wurde jedoch verhindert, denn der Entwurf erlaubte Fracking in Einzugsgebieten für Trinkwasser ohne Beschränkungen für bestimmte Chemikalien.

Ende 2012 wurde am Ufer des Genfersees in die Tiefe gebohrt und unterhalb des Sees nach Gas gesucht. Das Förderunter- nehmen spricht von „substanziellen Funden“ für die Schweiz. Nun wird befürchtet, dass am Bodensee ebenfalls Chemikalien in den Boden gepumpt werden. Der See ist Europas grösster Trinkwasserspeicher und versorgt fünf Millionen Menschen. „Dies dürfen wir nicht durch mögliche Giftcocktails, die unwiderruflich in die Natur eingebracht werden, aufs Spiel setzen“, fordert Marcel Huber, bayrischer Umweltminister. Auch der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments mahnte, dass keine ausreichenden Daten zu den mit Fracking verbundenen Umwelt- und Gesundheitsrisiken vorliegen. Die Abgeordneten fordern die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf, auch die Treibhausgas-Emissionen für den gesamten Gewinnungs- und Verarbeitungsprozess umfassend zu untersuchen.

Bild: Brylie Oxley [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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