© Harvey McDaniel [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
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EolJoux und der WWF einigen sich

  • Stefanie Pfefferli
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Nach langen Diskussionen haben der WWF und die Partner des Projekts EolJoux eine Vereinbarung getroffen, die dem Vallée de Joux die Möglichkeit gibt, eine nachhaltige Energiepolitik zu realisieren. Dabei wird die Stromversorgung durch sieben Windgeneratoren mit einem Energiesparprogramm kombiniert. Der WWF wird somit keinen Widerstand gegen das Projekt EolJoux leisten, und die Promotoren investieren im Gegenzug in konkrete Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Der WWF Schweiz, seine Waadtländer Sektion, die Elektrizitätsgesellschaft des Vallée de Joux (SEVJ) und die Gemeinde Le Chenit haben sich geeinigt, so dass das Projekt für eine regionale Windenergieanlage realisiert werden kann. Die entsprechende Vereinbarung ist das Ergebnis einer Interessenabwägung: „Für den WWF war es wichtig, dass die Erzeugung von erneuerbarer Energie nicht zum Nachteil der Natur erfolgt. Dies ist beim Projekt EolJoux gewährleistet. Ebenfalls positiv ist, dass das Projekt von der lokalen Bevölkerung getragen wird“, betont Serge Ansermet, Regionalsekretär des WWF Waadt.

Der WWF wird sich somit weder dem Teilnutzungsplan noch der Baubewilligung für die Windkraftanlage EolJoux widersetzen. Er leitet auch keine rechtlichen Schritte gegen die Änderung des Standortumfangs in der BLN-Landschaft Vallée de Joux ein. Doch es bleibt ihm selbstverständlich unbenommen, gegebenenfalls im Rahmen einer Vernehmlassung auf Bundesebene Stellung zu diesem Punkt zu beziehen.

Energiekonzept für die Region

Die Projektpartner verpflichten sich ihrerseits, für die Gemeinde Le Chenit (auf deren Gebiet wird die Windenergieanlage errichtet) innerhalb von drei Jahren nach Erteilung der Baubewilligung ein kommunales Energiekonzept zu realisieren. Sie werden unverzüglich mit der Planung und Umsetzung eines Energiesparkonzepts im Sportzentrum des Vallée de Joux beginnen. Für Energieeinsparungen mit einem geschätzten Volumen von 1 Million kWh ist eine Investition von rund 350’000 Franken vorgesehen.

„Die Windgeneratoren werden mehr Energie erzeugen, als in der Region verbraucht wird – einschliesslich Industrie“, betont Alain Bourqui, Generaldirektor der SEVJ. Laurent Reymondin, Gemeinderat von Le Chenit und Präsident der SEVJ, weist erfreut darauf hin, dass an den bestehenden Infrastrukturen und am Strassennetz nur geringfügige Anpassungen nötig sind.

Nach Auffassung der beteiligten Parteien macht die Vereinbarung Folgendes deutlich: Zum einen die Offenheit des WWF gegenüber Lösungen, mit denen die Schweiz aus der Kernenergie aussteigen kann, ohne auf fossile Brennstoffe zurückgreifen zu müssen. Zum anderen der Wille der regionalen Bevölkerung, auf lokaler Ebene Verantwortung zu übernehmen und Alternativen zu umweltbelastenden Energien zu suchen. Doch obwohl die Vereinbarung mit Kompensationsleistungen verbunden ist, die deutlich über den Umfang des BLN-Gebiets hinausgeht, gibt der WWF keinen Blankocheck für andere Projekte in Landschaften, die von nationaler Bedeutung sind. „Wir werden die Projekte auch weiterhin hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Biodiversität prüfen und diesbezüglich auch weiterhin keine Kompromisse eingehen“, betont Catherine Martinson von der Geschäftsleitung des WWF Schweiz.

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