800px-Wiesenklee

Entwarnung für östrogene Wirkung von Rotklee

  • Monika Jung
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800px-WiesenkleeRotklee ist als wichtige Futterpflanze weit verbreitet. Doch in seinem Innern gibt es auch Stoffe mit unerwarteter Wirkung, so genannte Phytoöstrogene. Das sind chemische Verbindungen, die den weiblichen Hormonen von Menschen und Tieren sehr ähnlich sind. In Kleewiesen werden beträchtliche Mengen von ihnen gebildet und teilweise mit dem Regen in die Flüsse gewaschen, wo sie im schlimmsten Fall die Fortpflanzung von Fischen beeinträchtigen. Jetzt zeigt allerdings eine neue Studie der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, dass der Anteil an Phytoöstrogenen in Flüssen kaum ins Gewicht fällt.

Alle grösseren Flüsse, die von den Forschern analysiert wurden, enthielten Phytoöstrogene. Da sie jedoch tausend Mal schwächer wirken als menschliche Östrogene, tragen sie in Oberflächengewässern nur wenig zur gesamten östrogenen Wirkung bei. Der grösste Teil dieser Wirkung rührt von den viel potenteren tierischen und menschlichen Östrogenen her. Denn auch wir scheiden Hormone aus, die via Toilette und Kläranlage in die Flüsse gelangen.

Phytoöstrogene könnten aufgrund ihres geringen Wirkungsgrades höchstens in Kleingewässern wie Bächen oder Tümpeln zum Problem werden. Aus diesem Grund untersuchen die Forschenden von ART nun auch gezielt kleinere Gewässer, die an Kleewiesen grenzen.

Weitere Informationen (Artikel Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART)
Bild: www.wikipedia.org, AlterVista

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