Der Strommix der vier grössten Schweizer Energieversorger generiert zu viel CO2. © Martin Fisch [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Der Strommix der vier grössten Schweizer Energieversorger generiert zu viel CO2. © Martin Fisch [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Entgegen Paris: Schweizer Energieversorger stossen mehr CO2 aus

  • Redaktion Naturschutz
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Eine aktuelle Strommix-Studie zeigt: 2017 produzierten Alpiq, Axpo, BKW und Repower im Schnitt mehr als zwei Drittel ihres Stroms mit fossilen und nuklearen Energiequellen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten die vier den CO2-Ausstoss pro Kilowattstunde Strom um mehr als einen Fünftel – trotz Pariser Klimaabkommen. Energieversorger sind aufgefordert, die Energiewende umzusetzen und den Ausbau der erneuerbaren Energien stärker voranzutreiben.

In der Kurzstudie «Strommix 2017» hat die Schweizerische Energie-Stiftung SES CO2-Emissionen, Umweltbelastung sowie die Menge an radioaktivem Abfall aller Kraftwerke im In- und Ausland untersucht. Neue erneuerbare Kraftwerke sind in den Portfolios der vier grössten Schweizer Stromproduzenten nach wie vor wenige zu finden, wie die SES in einer Mitteilung berichtet. So haben die vier Betreiber letztes Jahr zusammen nur gerade einen Anteil von 3.7% Windstrom produziert. Zum Vergleich: Die Axpo alleine hat im selben Zeitraum dreimal so viel Strom aus Erdgas erzeugt. Der Solarstrom-Anteil ist mit 0.1% fast gänzlich zu vernachlässigen. Die vier grossen Schweizer Stromversorger haben damit im Vergleich zum durchschnittlichen Schweizer Produktionsmix überdurchschnittlich viel fossile aber auch nach wie vor nukleare Kraftwerke.

AKW-Ausfälle werden durch Strom aus Erdgas gedeckt

Gestiegene Strompreise im Ausland, u.a. verursacht durch den ungeplanten Ausfall vieler französischer Atomkraftwerke im letzten Winter sowie hohen Sommertemperaturen in Italien, führten zu einer Mehrproduktion aus Erdgas- und Kohlekraftwerken. Folglich sind die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde bei allen vier Stromproduzenten im Vergleich zum vorherigen Jahr erneut stark angestiegen. Moritz Bandhauer, Projektverantwortlicher «Strommix 2017» gibt zu Bedenken:

«Diese Entwicklung läuft dem Ziel der Energiewende entgegen. Das letzte Jahr zeigt exemplarisch: Damit die abzulösenden alten Atomkraftwerke nicht einfach durch fossile Kraftwerke ersetzt werden, braucht es dringend verstärkte Investitionen in neue erneuerbare Kraftwerke. Das gilt auch für die Schweiz.»

Drei Faktoren zeigen die Schädlichkeit der Stromproduktion auf

Um die Schädlichkeit der Stromproduktion zu messen, verwendete die SES drei Faktoren: CO2-Äquivalente, Umweltbelastungspunkte und die Menge Atommüll. Mit Klick auf die Grafiken können diese vergrössert angeschaut werden.


Energiewende braucht neues Strommarktdesign

Um dies zu erreichen, sieht Moritz Bandhauer jedoch nicht nur die Energieversorger sondern auch die Politik in der Pflicht: «Es braucht geeignete Anreize, damit die nuklearen Kraftwerke durch erneuerbaren Energien ersetzt werden können.» Mit der Neuordnung des Strommarktdesigns wird derzeit in Bundesbern ein politisches Geschäft verhandelt, bei dem Investitionen in neue Erneuerbare begünstigt werden könnten.

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