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Energiewende: Da geht noch was!

  • Sophie Ryser
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Die Energieversorgung der Schweiz, das heisst die Versorgung mit Strom, Wärme und Treibstoffen, wird heute nur zu 20 Prozent mit einheimischen erneuerbaren Quellen gedeckt. Neue Untersuchungen der Schweizerischen Energie-Stiftung SES zeigen, dass viel mehr möglich ist: Der Selbstversorgungsgrad kann auf 89 Prozent gesteigert werden – innerhalb der nächsten 20 Jahre.

Heute produzieren nur die Kantone Graubünden und Uri mehr Energie, als sie selbst verbrauchen. Bis 2035 könnten auch die Kantone Appenzell Innerrhoden, Glarus, Jura, Obwalden, Tessin und Wallis zu „Selbstversorgern“ werden. Uri als Spitzenreiter kann sogar fünf mal mehr Energie produzieren, als im Kanton verbraucht wird. SES-Projektleiter Felix Nipkow stellt fest: „Ländliche und strukturschwache Kantone profitieren am meisten vom energetischen Umbau.“

Dabei geht es weniger darum, die Schweiz energieautark zu machen, denn der internationale Austausch ist wichtig, um Produktions- und Nachfrageschwankungen über Ländergrenzen hinweg auszugleichen. Ein hoher Selbstversorgungsgrad aber bringt viele Vorteile: Die Versorgungssicherheit steigt dank minimierter Importabhängigkeit. Der Abfluss von Finanzmitteln ins Ausland wird verringert. Und neue Unternehmen schaffen Arbeitsplätze in der Region. Bereits im Oktober 2012 hat die SES berechnet, dass durch die Energiewende schweizweit 85’000 neue Jobs geschaffen werden können.

In rund 20 Jahren kann sich die Schweiz zu 89 Prozent und damit fast vollständig mit einheimischen erneuerbaren Energien versorgen. Eine Erhöhung der Stromproduktion aus Wasserkraft ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt. „Das Potenzial ist da. Wer es heute, in Zeiten von steigenden Preisen für fossile Energieträger und dem Atomausstieg, nicht ausschöpft, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“ sagt Nipkow.

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Bild: TheRadialActive [CC0], via Wikimedia Commons

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