Hochspannungsleitung Strom

Energieverbrauch so hoch wie noch nie

  • Dominique Haiden
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Hochspannungsleitung StromDer Gesamtenergieverbrauch der Schweiz ist 2010 gegenüber dem Vorjahr um 4,4% auf den neuen Rekordwert von 911‘550 Terajoule gestiegen. Wichtigste Gründe dafür waren die deutlich kältere Witterung, die positive Wirtschaftsentwicklung und das anhaltende Bevölkerungswachstum.

Bei den Brennstoffen Heizöl extra-leicht (+5,5%) und Erdgas (+10,8%) nahm der Verbrauch deutlich zu, während die Treibstoffe insgesamt nur wenig zulegten (+0,6%). Der Absatz von Dieselöl (+3,9%) und Flugtreibstoffen (+5,0%) stieg deutlich an, der Benzinverbrauch war hingegen rückläufig (-3,6%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich damit fort. Eine deutliche Abnahme gab es bei den schweren Heizölsorten (-17,7%), hingegen nahm die Nutzung von Petrolkoks (+23,3%) zu. Der Elektrizitätsverbrauch stieg um 4,0% (naturschutz.ch berichtete).

2010 wurden 7,7% mehr Energieholz verbraucht. Auch die Nutzung von Umgebungswärme durch Wärmepumpen stieg mit 21,1% sehr deutlich an, was den anhaltenden Trend zu diesem Heizungssystem unterstreicht. Hohe Zuwachsraten gab es auch bei der Fernwärme (+12,7%), der Nutzung von Solarwärme (+13,5%) und von Biogas (+7,3%). Nach einem starken Rückgang um fast 29% im Vorjahr legten die Biotreibstoffe 2010 wieder um 20,0% zu. Auch die energetische Verwendung von Industrieabfällen (+5,8%) und Kohle (+2,1%) nahmen nach einer rückläufigen Vorjahresentwicklung wieder zu.

In der vorliegenden Gesamtenergiestatistik wird der Energieverbrauch von Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK-Anlagen) erstmals nicht mehr als Endenergieverbrauch des Industriesektors kategorisiert, sondern als Energieumwandlung; für den Betrieb von WKK-Anlagen werden die Energieträger Erdgas, Heizöl extra-leicht, Heizöl mittel und schwer sowie Industrieabfälle und Energieholz verwendet. Durch diese Revision der Statistik wird die Konsistenz der schweizerischen Gesamtenergiestatistik mit den internationalen energiestatistischen Vorgaben (IEA, EU und UNO) sichergestellt. Vorerst wurde die Anpassung bis zurück ins Jahr 1999 vorgenommen. Nächstes Jahr erfolgt eine Rückrechnung bis 1990. Diese Anpassungen haben keinen Einfluss auf die gesamte energetische CO2-Bilanz der Schweiz, da die Energiebilanz und damit der energetische CO2-Ausstoss unverändert bleibt.

Weitere Informationen

Bundesamt für Energie BFE

Bild: Guam (Wikimedia Commons)

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