© Kurt Zwahlen [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Energiestrategie 2050: Unnötige Abstriche beim Landschaftsschutz

  • Roman Vonwil
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Der Nationalrat will im Rahmen der Energiestrategie 2050 den Schutz der schönsten Schweizer Landschaften schwächen und sogar kleinen Energieanlagen eine nationale Bedeutung einräumen. Das ist unnötig, findet Pro Natura. Es braucht diese Einschnitte in den Landschaftsschutz nicht, um die dringend nötige Energiewende zu schaffen. Pro Natura hofft auf den Ständerat, der diese Entscheide korrigieren kann.

Den Schutz der wertvollsten Landschaften in der Schweiz will der Nationalrat unnötigerweise schmälern. Er will sogar Kleinanlagen nationales Interesse zugestehen. Die grössten Potenziale, die Effizienz und die Solarenergie sowie Energieanlagen, die dem Schutzziel der nationalen Landschaftsinventare nicht zuwider laufen, können bereits heute an diesen Standorten erschlossen werden. Die pauschale nationale Bedeutung braucht es dafür nicht. Der Vorschlag des Nationalrates, der in der Beratung über die Energiestrategie 2050 gefällt wurde, zielt auch darauf ab, der Windenergie den Zugang zu diesen Schutzinventaren zu erleichtern, obschon auch hierfür ausserhalb genügend Potenzial vorhanden ist.

Für die Kleinstwasserkraft wird zwar eine Untergrenze der Förderung für kleine Anlagen vorgesehen, allerdings sollen an bereits genutzten und beeinträchtigten Gewässern, also der Mehrheit der Bäche und Flüsse der Schweiz, Ausnahmen gelten. Es sind diese Ausnahmen, die der weiteren Übernutzung der wertvollen Fliessgewässer Vorschub leisten. Einzig die beschlossene Begrenzung der Vergütung auf maximal 20 Rappen pro kWh dürfte mindestens die Exzesse dieses Ausbaus abmildern.

Diese erleichterten Eingriffe in die Natur und Landschaft für wenig zusätzlichen Strom sind nicht entscheidend für das Gelingen der nötigen und gewünschten Energiewende. Pro Natura hofft darum auf den Ständerat, der die Chance hat, mehr Augenmass und Weitsicht zu zeigen und eine wirklich ökologische Wende der Energiepolitik zu erreichen. Pro Natura ist überzeugt, dass eine naturverträgliche Energiewende möglich ist und wird weiterhin für eine solche einstehen.

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