© IAEA Imagebank [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© IAEA Imagebank [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Energiestrategie 2050 – ein kleiner Schritt Richtung Energiewende

  • Roman Vonwil
  • -

Ab Ende November 2014 debattiert der Nationalrat zum ersten Mal über die Energiestrategie 2050. Die Vorlage wäre ein erster Schritt in Richtung Energiewende. Soll diese jedoch gelingen, muss der Rat die Laufzeiten der alten Atomkraftwerke befristen und die Handbremse bei der Förderung der erneuerbaren Energien lösen.

„Nur ein echter Atomausstieg ist ein guter Atomausstieg“ betont Jürg Buri, Geschäftsleiter der SES. Die Energiestrategie 2050 sieht nur einen halben Ausstieg vor: Es soll keine neuen Atomkraftwerke geben, die alten sollen aber unbefristet weiterlaufen. «Das ist riskant, die Uraltreaktoren sind eine Bedrohung für die Bevölkerung», sagt Buri. Die Bevölkerung will die Energiewende: In einer im Mai 2014 durchgeführten Umfrage der Universität St. Gallen stimmen 77 Prozent der Befragten eher oder völlig zu, dass sie bei einer Volksabstimmung für den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis ins Jahr 2034 ein Ja in die Urne legen würden.

Die Beratung der Energiestrategie 2050, die vom 27. November bis 4. Dezember im Nationalrat stattfinden soll, ist ein erster Schritt Richtung Energiewende. Damit dieser Einstieg gelingt, sind allerdings einige Korrekturen zum Vorschlag des Bundesrates bzw. der vorberatenden Energiekommission (UREK-N) anzubringen.

Aus Sicht der SES sind drei Themen besonders wichtig: Eine verbindliche Laufzeitbeschränkung von maximal 40 Jahren für AKW, das Aufheben der Obergrenze bei den Fördergeldern für erneuerbare Energien und realistische Verbrauchsziele, die klare Rahmenbedingungen für die Förderung der Energieeffizienz bieten.

Die Energiewende ist eine grosse Chance für die Schweiz. Heute importieren wir rund 80% der Energieträger in Form von Erdöl, Gas und Uran. Die Energiestrategie 2050 ist nicht nur eine Stromwende, sondern bietet auch die Chance in den Bereichen Mobilität und Wärme vermehrt auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu setzen und von fossilen Energien wegzukommen. «Es braucht auch beim Verkehr und den Gebäuden griffige Massnahmen», fordert SES-Projektleiter Florian Brunner, «zum Beispiel strenge Verbrauchsziele für Neuwagen oder eine substantielle CO2-Abgabe auf Brennstoffen.»

Die SES fordert den Nationalrat auf, sich für einen echten Einstieg in die Energiewende und einen echten Ausstieg aus der Atomenergie einzusetzen sowie klare Rahmenbedingungen für mehr einheimische Wertschöpfung und Energieunabhängigkeit zu schaffen.

Beitrag kommentieren